Wirtschaftsweise legen nach

Corona-Krise: Düstere Prognose deutlich verschärft - Bundesrepublik droht „stärkster Einbruch seit Bestehen“

Corona-Krise: Düstere Prognose deutlich verschärft - Bundesrepublik droht „stärkster Einbruch seit Bestehen“
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Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) steht in der Corona-Krise offenbar vor weiteren Problemen.

Die Zeichen stehen auf Rezession - und zwar noch heftiger, als ursprünglich angenommen. Die Wirtschaftsweisen haben ihre Corona-Prognose verschärft.

  • Die Corona-Pandemie* trifft die deutsche Wirtschaft hart - und offenbar noch schlimmer als ursprünglich erwartet.
  • Die Wirtschaftsweisen haben am Dienstag (23. Juni) ihre ursprüngliche Prognose zum Bruttoinlandsprodukt weiter nach unten korrigiert.
  • Sie gehen nun sehr konkret vom „stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik“ aus.

Wiesbaden - Schlechte Neuigkeiten aus der deutschen Wirtschaft: Der coronabedingte Absturz im Jahr 2020 dürfte heftiger ausfallen als von den Wirtschaftsweisen noch Ende März erwartet. Die Berater der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnen nun damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,5 Prozent schrumpfen wird - trotz aller Maßnahmen der Koalition*.

Corona stürzt deutsche Wirtschaft in tiefe Krise: „Stärkster Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik“

„Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt“, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars P. Feld, am Dienstag.

Wie andere Experten gehen auch die Wirtschaftsweisen davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft nach der schweren Rezession bereits im nächsten Jahr wieder wachsen wird. Für 2021 prognostiziert der Sachverständigenrat 4,9 Prozent Wachstum. Frühestens im Jahr 2022 dürfte die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach Einschätzung des Gremiums wieder auf dem Niveau liegen, das sie vor der Pandemie hatte.

Die Senkung der Neuinfektionszahlen und die allmähliche Lockerung der Einschränkungen in Deutschland und bei wichtigen Handelspartnern seien die Voraussetzung für eine Erholung im Verlauf des Jahres, so die Wirtschaftsweisen. Auch die Stützungsmaßnahmen und die Konjunkturimpulse der Bundesregierung dürften sich "positiv auswirken". Der Ausblick für die weitere wirtschaftliche Entwicklung unterliege allerdings weiterhin einer "erheblichen Unsicherheit", warnte das Gremium.

Corona in Deutschland: Wirtschaftsweise hatten maximal 5,4 Prozent BIP-Rückgang angenommen

Ende März hatte der Sachverständigenrat als wahrscheinlichstes Szenario für Deutschland einen fünfwöchigen „Lockdown“ und in der Folge einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 2,8 Prozent angenommen. Für den schlimmsten Fall unterstellten die Wirtschaftsweisen in ihrer März-Prognose ein Minus von 5,4 Prozent bei der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr.

Das die Pandemie weiter ihre Unwägbarkeiten hat, beweisen die aktuellen Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen: Dort verhängte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erstmals einen erneuten Lockdown für einen kompletten Landkreis. Hintergrund ist der Massenausbruch beim Fleisch-Riesen Tönnies. Experten wie der Virologe Christian Drosten* halten auch größere Infektionswellen im Herbst für denkbar. (dpa/AFP/fn)

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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