Bund will HRE-Aktionäre mit 1,30 Euro je Aktie herausdrängen

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Der Rettungsfonds verteidigte seine Pläne, die von den Altaktionären teils heftig bekämpft werden.

München - Der Bund will die verbliebenen Aktionäre der Krisenbank Hypo Real Estate für 1,30 Euro pro Aktie aus dem Unternehmen drängen.

Der Bund will die Krisenbank Hypo Real Estate für 158 Millionen Euro komplett übernehmen. Die verbliebenen Aktionäre sollen mit 1,30 Euro pro Anteilsschein zwangsweise abgefunden werden, erklärten der Bankenrettungsfonds SoFFin am Freitag. Die Beschlüsse dazu sollten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 5. Oktober getroffen werden. Der SoFFin hält nach Übernahmeangebot und Kapitalerhöhungen die für diesen Schritt nötigen 90 Prozent an der Bank. Die Altaktionäre halten noch knapp 122 Millionen Anteile. Der Rettungsfonds verteidigte seine Pläne, die von den Altaktionären teils heftig bekämpft werden. “Die hundertprozentige Übernahme der HRE haben wir auch mit Blick auf die enttäuschten Aktionäre sorgfältig abgewogen. Sie ist erforderlich, um die begonnene Restrukturierung der Bank im allgemeinen öffentlichen Interesse zügig durchzuführen“, erklärte der Sprecher des SoFFin-Leitungsausschusses, Hannes Rehm.

Unternehmenswert niedriger als Börsenwert

Die Zwangsabfindung von 1,30 Euro errechne sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der letzten drei Monaten bevor der Bund den Squeeze-Out beantragt hatte, erklärte der SoFFin. Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ermittelte Unternehmenswert sei niedriger, deswegen werde der Börsenkurs herangezogen. Auch ein vom Landgericht München bestimmter Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass die Abfindung angemessen sei. Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zeigte sich über die Höhe der Abfindung enttäuscht.

Mit Blick auf das Übernahmeangebot des Bundes vom Frühjahr 2009, das bei 1,39 Euro je Aktie gelegen hatte, sagte sie der AP: “Ich hätte schon erwartet, dass dieser Preis gezahlt wird.“ Ein solches Angebot hätte man unter dem Begriff “fair“ werten können, meinte die Aktionärsschützerin. Den Minderheitsaktionären bleibe nun noch die Möglichkeit, die Höhe der Barabfindung prüfen zu lassen. Diesen Schritt behalte sich auch die DSW vor. Die HRE war im vergangenen Jahr im Zuge der Finanzmarktkrise in eine bedrohliche Schieflage geraten. Die Bank musste mit größtenteils staatlichen Bürgschaften über insgesamt 102 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet werden.

ap

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