Jachten im Fokus

Lürssen-Gruppe übernimmt Blohm+Voss

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Mit Lürssen verbindet Blohm+Voss eine langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Marineschiffe. Foto: Marcus Brandt/Archiv

Die deutschen Werften sind weltweit stark im Bau von Luxusjachten. Der erfolgreichste Jachtbauer Lürssen übernimmt nun Blohm+Voss - da lief dieses Geschäft zuletzt nicht mehr so gut.

Hamburg/Bremen (dpa) - Die Bremer Werft Lürssen, der führende deutsche Hersteller von Luxusjachten, übernimmt das Hamburger Traditionsunternehmen Blohm+Voss. Darauf habe sich Lürssen mit dem bisherigen Eigentümer und Investor Star Capital geeinigt, teilte das Schiffbauunternehmen mit.

In Hamburg wurde die Übernahme positiv aufgenommen. Mit der Übernahme strebe Lürssen ein langfristiges Engagement an, heißt es in der Mitteilung. Das Unternehmen wolle damit vor allem das Leistungsspektrum für die Reparatur, die Überholung und Aufwertung von Jachten, Marine- und kommerziellen Schiffen innerhalb der Unternehmensgruppe abrunden sowie das Neubaugeschäft von Marineschiffen. Das Kartellamt muss der Übernahme noch zustimmen.

Offen bleibt, ob am Standort Hamburg künftig auch Luxusjachten gebaut werden. Lürssen ist in diesem Marktsegment eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen und hat auch die größte Jacht der Welt mit 180 Metern Länge gebaut. Auch Blohm+Voss ist in diesem Marktsegment aktiv und hat einige Großjachten gebaut, zuletzt aber mit Verlust. Seit Jahren bemüht sich die Hamburger Werft um einen neuen Auftrag, allerdings vergeblich.

"Inwieweit wir den Standort zukünftig zur Fertigung von Jachten nutzen werden, wird vor allem von der Marktentwicklung abhängen und ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu beantworten", sagte der Chef des Bremer Familienunternehmens, Peter Lürßen.

Blohm+Voss wurde im Dezember 2011 von ThyssenKrupp an die Fonds der britischen Investmentgesellschaft Star Capital verkauft. Das Unternehmen beschäftigt knapp 1000 Mitarbeiter. Mit Lürssen verbindet Blohm+Voss eine langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Marineschiffe, zuletzt beim Bau der Fregattenklasse F125 für die Deutsche Marine. Wenn der Kauf vollzogen ist, wird aus Lürssen eine Werftengruppe mit 2800 Mitarbeitern und sechs hoch spezialisierten Standorten in allen fünf Küstenländern.

Die Übernahme fand bei der Hamburger Politik und der Gewerkschaft ein positives Echo. "Das ist eine große Chance für den maritimen Standort Hamburg", sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). "Damit wird der Werftbetrieb auf ein solides Fundament für die Zukunft gestellt." So könne Blohm+Voss neue Kunden gewinnen und dauerhaft Beschäftigung am Standort Hamburg sichern. Blohm+Voss sei nicht nur eine Traditionswerft, sondern ein wesentlicher Baustein für den Schiffbau in ganz Deutschland. Positiv äußerten sich auch Sprecher der SPD und der CDU.

Die IG Metall Küste reagierte ebenfalls positiv auf die Übernahme. "Für Blohm+Voss ist das eine gute Nachricht, aber wir erwarten nun nähere Informationen, wie der Standort weiter entwickelt werden soll, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung und die Arbeitsplätze", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Lürssen sei ein Unternehmen, hinter dem eine Unternehmensstrategie und Aufträge stünden. Unter dem Dach der Gruppe habe Blohm+Voss größere Entwicklungschancen als mit dem Finanzinvestor Star Capital. Die Gewerkschaft sei durch die Übernahme überrascht worden und war zuvor nicht informiert. Lürssen hatte bereits in der Vergangenheit versucht, Blohm+Voss zu übernehmen.

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