Bottroper Ruhr-Zeche könnte riesiger Stromspeicher werden

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Ein Speicherkraftwerk in einer Zeche wäre weltweit einmalig. Foto: Marcel Kusch/Archiv

Seit 150 Jahren wird in Bottrop Kohle gefördert. Nach dem Ende des Abbaus 2018 könnte es eine neue Perspektive für die Zeche als Energiespeicher geben. Technisch ist das möglich, allerdings rechnen sich die Pläne bisher nicht.

Bottrop (dpa) - Für die letzte Zeche im Ruhrgebiet gibt es eine neue Chance: Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop könnte nach seiner Schließung Ende 2018 zu einem riesigen Stromspeicher für 450 000 Haushalte umgebaut werden.

Die Anlage sei von der Geologie geeignet und die Kosten von etwa 250 bis 300 Millionen Euro lägen nicht höher als bei oberirdischen Speicherkraftwerken, sagte der Duisburger Professer für Wasserbau, André Niemann, bei der Vorstellung eines Gutachtens in Bottrop.

Speicherkraftwerke werden wegen der Energiewende bundesweit dringend gebraucht, um den in großer Zahl produzierten Wind- und Sonnenstrom aufzunehmen. Ein Speicherkraftwerk in einer Steinkohlezeche wäre weltweit einmalig und würde "enorme Strahlkraft" auch für den Export entfalten, sagte Niemann. Allerdings rechne sich angesichts des sehr niedrigen Börsenstrompreises ein Pumpspeicherkraftwerk derzeit nicht. Die Bauzeit des Projektes läge bei etwa fünf Jahren.

"Die Zeche könnte eine große Batterie werden", sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Allerdings seien dafür bessere politische Rahmenbedingungen nötig. Ein Pumpspeicherkraftwerk müsse auf Dauer auch wirtschaftlich laufen, sonst nehme kein Investor die nötigen dreistelligen Millionensummen in die Hand. NRW möchte unter anderem Entlastungen von Speicherkraftwerken bei der EEG-Umlage.

Nachgedacht wird in Bottrop über ein Kraftwerk mit einem Oberbecken über Tage und einem Unterbecken in 600 Metern Tiefe im Bergwerk. Das Wasser wird hochgepumpt, wenn viel Strom in den Netzen ist und treibt beim Herabstürzen in den Schacht eine Turbine an, um wieder Strom zu erzeugen.

Der Hauptvorteil einer unterirdischen Anlage liegt in der Akzeptanz: Oberirdische Anlagen stoßen vielfach auf Proteste von Umweltschützern, mehrere Großprojekte wurden deshalb in den vergangenen Jahren wieder aufgegeben. Für eine mögliche Anlage in Bottrop wird in einer zweiten Phase der Studie ein Betreiber- und Investorenmodell geprüft.

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