Abgas-Skandal

Bosch wird US-Sammelklage von VW-Händlern nicht los

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Das Logo des Technikkonzerns Bosch ist vor der Konzernzentrale in Gerlingen zu sehen. Foto: Inga Kjer

San Francisco (dpa) - Der Autozulieferer Bosch muss sich einer US-Sammelklage von VW-Händlern wegen angeblicher Mitschuld im Abgas-Skandal stellen. Einen Antrag auf Klageabweisung wies der zuständige Richter Charles Breyer in einer Verfügung in allen Punkten ab.

Die Klage sei begründet, die Argumente von Bosch überzeugten nicht, entschied das Gericht. Der Stuttgarter Firma wird Verschwörung zum Abgas-Betrug vorgeworfen. Bosch weist dies zurück.

Konkret geht es darum, dass Bosch Volkswagen Software lieferte, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten bei Dieselwagen genutzt wurde. Gestritten wird darum, ob und inwieweit der Zulieferer über den Betrug informiert und beteiligt war. Sollten die Anwälte hinter der Klage im Namen von rund 650 US-Autohändlern beweisen können, dass Bosch wissentlich mitgemacht hat, drohen hohe Strafen.

Bosch zeigte sich enttäuscht von Richter Breyers Entscheidung. Viele Anschuldigungen der Klage seien haltlos, teilte der Konzern in einem Statement mit. Bosch nehme die Vorwürfe der Abgas-Manipulation ernst und kooperiere in dieser Sache bei den Ermittlungen. Doch man werde sich energisch zur Wehr setzen gegen Anschuldigungen ohne rechtliche Grundlage, wie es bei der Klage der Autohändler der Fall sei.

Mit anderen Sammelklägern in den USA hatte Bosch bereits einen Vergleich über 327,5 Millionen Dollar geschlossen. VW hatte die Klage der US-Händler schon mit Entschädigungszahlungen von über 1,6 Milliarden Dollar beigelegt. Insgesamt haben die Wolfsburger für Vergleiche im Abgas-Skandal mehr als 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht.

Website mit Gerichtsdokumenten

Bosch-Website zum bereits erzielten Vergleich mit US-Sammeklägern

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