Boeing träumt von Mega-Milliarden-Dollar-Auftrag

Bali/Seattle - Boeing scheint eine Glückssträhne zu haben: Erst vor wenigen Tagen hat der US-Flugzeugbauer einen Mega-Auftrag bekommen. Jetzt winkt dem Unternehmen ein noch dickerer Deal. Konkurrent Airbus kann sich nur ärgern.

Boeing scheint eine Glückssträhne zu haben: Nachdem der US-Flugzeugbauer erst vor wenigen Tagen einen Auftrag über bis zu 26 Milliarden Dollar ergattern konnte, steht der Airbus-Rivale nun sogar von einer festen Bestellung über bis zu annähernd 36 Milliarden Dollar. Wenn das Geschäft endgültig besiegelt ist, wäre das neuer Rekord.

Die indonesische Fluggesellschaft Lion Air ist einen Vorvertrag über den Kauf von 230 Mittelstreckenjets vom Typ 737 eingegangen und erwägt, 150 weitere Maschinen abzunehmen. Dabei setzt Lion Air vor allem auf die neueste Variante 737 Max, die dank neuer Triebwerke besonders sparsam sein soll. “Die 737 Max ist die Zukunft von Lion Air“, sagte Gründer und Firmenchef Rusdi Kirana laut Mitteilung am Donnerstag in Bali. Die Linie betreibt momentan 178 Maschinen des Vorgängertyps.

Der Bekanntgabe des Megageschäfts wohnte auch US-Präsident Barack Obama bei, der zu einem Gipfeltreffen mit asiatischen Staats- und Regierungschefs angereist war. Er hatte den bevorstehenden Deal in groben Zügen schon bei seiner Ankunft in Indonesien ausgeplaudert.

Für den europäischen Rivalen Airbus ist der Auftrag, der noch nicht hundertprozentig fest ist, ein Schlag ins Kontor. Denn Boeing hat damit plötzlich Erfolg in einer Flugzeugklasse, die Airbus bislang fest im Griff hat. Die Europäer hatten mit dem modernisierten A320neo über Monate fast jeden Auftrag bei den Kurz- und Mittelstreckenjets gewonnen. Erst nach langem Zögern entschied sich Boeing, auch seine 737 einer Renovierung zu unterziehen.

Alleine 21,7 Milliarden Dollar des Lion-Air-Auftrags entfallen auf die erhoffte Festbestellung, weitere 14 Milliarden Dollar auf die Optionen. Allerdings handelt es sich dabei um Listenpreise und bei derart großen Bestellungen sind satte Rabatte üblich. Insgesamt hat Boeing die 737 Max seit ihrer Ankündigung im August 700 Mal absetzen können. Auch die Leasinggesellschaft ACG plant, 35 der Maschinen abzunehmen, wie Boeing parallel bekanntgab.

Am vergangenen Sonntag hatte Boeing seinen bisher größten Auftrag feiern dürfen: Emirates Airline hatte 50 Langstreckenflieger vom Typ 777 bestellt und für 20 weitere reges Interesse bekundet. Die großen Flugzeuge gelten für die Hersteller als profitabler als die kleineren Maschinen, allerdings sind hier die Stückzahlen auch wesentlich geringer.

Die 737 und die A320 sind die mit Abstand wichtigsten Typen für die Flugzeugbauer. Drei von vier verkauften Verkehrsjets entfallen auf dieses Segment der Kurz- und Mittelstreckenmaschinen. Boeing hatte seine 737 zuletzt 1998 grundlegend renoviert und als “Next-Generation“ auf den Markt gebracht. Die Entwicklung des Nachfolgers läuft. Die 737 Max wird ab 2017 ausgeliefert, Airbus will seine A320 schon 2015 herausbringen.

dpa

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