Sicherheit aus Kostengründen riskiert?

Wieder Probleme bei Boeing: Risse an 737-Fliegern möglich - Ingenieur erhebt schwere Vorwürfe

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Eine Boeing 737 MAX (Symbolbild).

Boeing kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Offenbar gibt es mögliches Problem mit Rissen an einem 737-Modell. Ein Ingenieur erhebt unterdessen schwere Vorwürfe.

Washington - Der Luftfahrtriese Boeing hat erneut Probleme mit einem wichtigen Flugzeugmodell. Die US-Aufsicht FAA ordnete am Mittwoch an, dass einige Betreiber Boeing-Jets vom Typ 737 NG innerhalb von sieben Tagen auf Risse überprüfen. Der Hersteller habe das Problem selbst entdeckt und die Behörde darüber informiert.

Boeing teilte in einer Stellungnahme mit, seine Kunden aktiv bei den Untersuchungen zu unterstützen: „Sicherheit und Qualität sind unsere oberste Priorität.“ Die 737 NG ist das Vorgängermodell des Unglücksfliegers 737 Max, der Mitte März nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten fast weltweit mit Startverboten belegt wurde.

Boeing: Ingenieur wendet sich wegen 737 Max an Ethikrat - Schwere Vorwürfe

Doch dem Flugzeugbauer drohen auch weitere Probleme in Zusammenhang mit der 737-Max-Misere: Boeing ist einem Zeitungsbericht zufolge mit einer Ethikbeschwerde eines ranghohen Ingenieurs wegen Risiken an dem Krisenjet konfrontiert. Der Mitarbeiter beschuldige den US-Luftfahrtkonzern, bei der Entwicklung des Flugzeugtyps aus Kostengründen auf ein bestimmtes Sicherheitssystem verzichtet zu haben, schrieb die New York Times am Mittwoch. 

Die Ethikbeschwerde, die der Zeitung vorliege, sei nach den 737-Max-Abstürzen im Oktober und März eingereicht worden, bei denen insgesamt 346 Menschen starben. Ein Boeing-Sprecher teilte auf Nachfrage mit, dass sich der Konzern prinzipiell nicht zu solchen internen Vorgängen äußere.

Boeing: US-Behörden prüfen auch mögliche Fehler bei Zulassungsverfahren

Boeing

steht nach den Abstürzen schwer in der Kritik

und im Verdacht, die 737 Max aufgrund des scharfen Wettbewerbs mit dem europäischen Erzrivalen Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und Sicherheitsrisiken vernachlässigt zu haben. Der Konzern weist dies zurück. 

US-Behörden prüfen jedoch, ob bei der Zulassung von Boeings meistverkauftem Flugzeugmodell alles mit rechten Dingen zuging. Einer von der New York Times zitierten Quelle zufolge hat der Flugzeugbauer die Ethikbeschwerde im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen auch dem US-Justizministerium vorgelegt. Ein Sprecher des Ministeriums wollte sich dazu nicht äußern.

Auf der Konkurrent Airbus hatte zuletzt Probleme - unter anderem die Lufthansa reagierte auf Warnungen.

dpa/fn

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