Noch keine Entscheidung gefallen

BMW prüft neues Werk in Russland

Der Verfall der Ölpreise und westliche Sanktionen hatten die russische Wirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt. Nun erholt sich die dortige Konjunktur - und deutsche Autobauer hoffen auf eine glänzende Zukunft in Russland.

München - BMW prüft den Bau eines Werks in Russland. Als ein möglicher Standort kommt Kaliningrad in Betracht, das Gebiet an der Ostsee um das frühere Königsberg. Das teilte der Münchner Autohersteller am Montag mit, nachdem die russische Zeitung „Wedomosti“ darüber berichtet hatte. BMW betrachte Russland als wachsenden Markt und überprüfe derzeit die „zukünftigen Tätigkeiten bezüglich eines Werks“, hieß es in der Stellungnahme. Dem Zeitungsbericht zufolge würde die Investition mehrere Hundert Millionen Euro betragen.

BMW kooperiert in Russland seit 1999 mit dem Kaliningrader Auftragshersteller Awtotor, das Unternehmen baut nach Münchner Vorgaben BMWs für den russischen Markt. „Aufgrund der langjährigen Präsenz von BMW in Kaliningrad, des attraktiven Investitionsumfelds und der Pläne der lokalen Regierung, dieses noch weiter zu fördern, ziehen wir Kaliningrad als einen möglichen Standort für ein Werk in Erwägung“, hieß es in der Stellungnahme.

Noch keine finale Entscheidung gefallen

Gespräche mit der Regionalregierung und Awtotor hat es demnach bereits gegeben, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen: „Die BMW Group beobachtet die Marktsituation und die regulatorischen Rahmenbedingungen genau.“ Im Juni hatte Konkurrent Daimler den Grundstein für ein Werk in der Nähe von Moskau gelegt.

Die russische Wirtschaft erholt sich derzeit von einer tiefen Krise, die der Verfall der Ölpreise und westliche Sanktionen nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ausgelöst hatten. Das macht sich auch auf dem Automarkt bemerkbar: Der Absatz von Neuwagen legte zwischen Januar und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast elf Prozent zu, wie die Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) in Moskau mitteilte. AEB-Auto-Experte Jörg Schreiber geht davon aus, dass sich der positive Trend fortsetzen wird.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Rettungswagen mit hochschwangerer Frau kippt um

Rettungswagen mit hochschwangerer Frau kippt um

So gelingt die perfekte Pasta

So gelingt die perfekte Pasta

Der BMW X4 M40d im Autotest

Der BMW X4 M40d im Autotest

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Meistgelesene Artikel

Angebot bei Edeka sorgt für Aufregung - geht der Konzern mit diesem Tiefpreis zu weit?

Angebot bei Edeka sorgt für Aufregung - geht der Konzern mit diesem Tiefpreis zu weit?

Neuer Lidl-Rückruf: Achtung! Hersteller warnt vor gefährlichen Bakterien

Neuer Lidl-Rückruf: Achtung! Hersteller warnt vor gefährlichen Bakterien

Diesel-Skandal: Jetzt besteht auch Verdacht gegen Opel

Diesel-Skandal: Jetzt besteht auch Verdacht gegen Opel

Drogeriekette mit seltsamem Namen macht dm und Rossmann Konkurrenz

Drogeriekette mit seltsamem Namen macht dm und Rossmann Konkurrenz

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.