Auch Kreditkarten-Daten betroffen

Hackerangriff auf 500 Millionen Hotel-Gäste: China soll verantwortlich sein

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Kreditkarten von Privatunternehmen

Von der E-Mail-Adresse bis zu verschlüsselten Kreditkarten-Daten: Seit 2014 haben Hacker Daten der Marriott-Hotelkette erbeutet. Eine halbe Milliarde Gäste könnte betroffen sein.

Update vom 12. Dezember, 17.10 Uhr: China soll hinter Hackerangriff stecken

US-Ermittler gehen laut einem Zeitungsbericht davon aus, dass chinesische Geheimdienstler hinter dem massiven Hackerangriff auf den Marriott-Hotelkonzern stecken. Die "New York Times" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf zwei unbenannte US-Regierungsmitarbeiter, den Ermittlungen zufolge arbeiteten die Hacker mutmaßlich für das chinesische Ministerium für Staatssicherheit.

Der Angriff auf Marriott war demnach womöglich Teil einer noch umfassenderen Welle von chinesischen Cyberangriffen mit dem Ziel der Spionage. Seit anderthalb Jahren dringen chinesische Hacker der Zeitung zufolge in die Systeme von US-Unternehmen und -Behörden ein. Es wird erwartet, dass die US-Justiz in den kommenden Tagen Anklagen gegen mutmaßliche chinesische Cyberpiraten erhebt, die für Militär und Geheimdienste arbeiten.

Ursprungs-Meldung: Hacker stehlen Daten von einer halben Millarde Menschen

Der Hotelkette Marriott sind Daten von bis zu einer halben Milliarde Gäste der Tochtermarke Starwood gestohlen worden. Im Fall von 327 Millionen Hotelgästen gehe es um Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen, Anschriften, Passnummern, Geburtsdatum sowie den Aufenthaltszeitraum, teilte das Unternehmen am Freitag mit. 

Bei einigen Gästen seien auch verschlüsselte Kreditkarten-Daten erbeutet worden. Dabei könne Marriott bisher nicht ausschließen, dass auch die zur Entschlüsselung nötigen Dateien gestohlen worden seien.

Unerlaubten Zugang zur Starwood-Datenbank gab es bereits seit 2014, wie Marriott weiter mitteilte. Zu den Starwood-Häusern gehören unter anderem Westin, Sheraton, Le Méridien, St. Regis und W Hotels. Marriott hatte Starwood 2016 für 13,6 Milliarden Dollar gekauft - und damit offensichtlich auch die Sicherheitslücke gleich mit. Die IT-Systeme von Starwood sollen nun ausgemustert werden.

Erste Hinweise auf einen Angriff auf die Starwood-Datenbank seien Anfang September von einem internen Sicherheitssystem gekommen, erklärte Marriott. Bei der Untersuchung sei festgestellt worden, dass „eine nicht autorisierte Partei Informationen kopiert und verschlüsselt hatte“, hieß es weiter. „Am 19. November 2018 konnte Marriott die Informationen entschlüsseln und stellte fest, dass sie aus der Starwood-Datenbank für Gästereservierungen stammen.“

Betroffene werden informiert

Die Behörden seien eingeschaltet worden und Regulierer würden unterrichtet, hieß es weiter. Seit Freitag würden auch die Betroffenen informiert.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Hacker-Attacken mit hunderten Millionen Betroffenen gegeben. Den Rekord hält der Internet-Konzern Yahoo, bei dem sich unbekannte Angreifer 2013 Zugang zu Daten von allen drei Milliarden Nutzer-Accounts verschafft. Dabei ging es um Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie unkenntlich gemachte Passwörter.

Bei Ebay gelangten Hacker bei einer Mai 2014 bekanntgewordenen Attacke an Daten von rund 145 Millionen Kunden, darunter E-Mail- und Wohnadressen sowie Login-Informationen. Ein Hack der Kassensysteme des US-Supermarkt-Betreibers machte Kreditkarten-Daten von 110 Millionen Kunden zur Beute. Die Angreifer konnten sich zudem einige Zeit unbemerkt im Netz bewegen. Die Verkäufe von Target sackten nach der Bekanntgabe des Zwischenfalls im Dezember 2013 ab, weil Kunden die Läden mieden.

Lesen Sie auch: Frankreich in Gefahr? Hacker stehlen tausende Daten zu Atomanlagen

dpa

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