Bilfinger rechnet mit Verlust - Sorgenkind Energie

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Blinfinger hatte den Markt seit Ende Juni mit insgesamt drei Gewinnwarnungen geschockt. Foto: Uwe Anspach

Mannheim (dpa) - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger kommt auch nach dem Weggang Roland Kochs einfach nicht zur Ruhe: Eine erheblich verschlechterte Nachfrage sorge für millionenschwere Abschreibungen auf das Kraftwerksgeschäft.

Dies teilte der MDax-Konzern am Mittwoch in Mannheim mit. Im laufenden Jahr sei deshalb ein Verlust zu erwarten. Bilfinger hatte den Markt seit Ende Juni mit drei Gewinnwarnungen geschockt.

Das schwierige Marktumfeld in Deutschland und weiteren europäischen Ländern habe eine grundlegende Neubewertung des Geschäfts rund um Bau und Wartung von Kraftwerken erforderlich gemacht, hieß es. Nach Steuern liege die Belastung 2014 bei rund 230 Millionen Euro. Dies führe auch zu einer deutlichen Anpassung der Ergebnisaussichten für die folgenden Jahre.

Im August hatte der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch seinen Posten als Konzernchef aufgegeben. Sein Nachfolger ist der frühere Bilfinger-Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner. Anfang September setzte er den Rotstift an und strich die Gewinnziele für 2014 zusammen. Den vollständigen Quartalsbericht will Bilfinger am kommenden Mittwoch vorlegen.

In den ersten neun Monaten des Jahres machten die Energiewende in Deutschland und der Umbau des Industriegeschäfts Bilfinger stark zu schaffen. Viele Konzerne in Europa halten sich mit Investitionen zurück. Unter dem Strich lag der Verlust bei 125 Millionen Euro nach einem Gewinn von 116 Millionen ein Jahr zuvor. Neben Abschreibungen auf das Kraftwerksgeschäft und Produktionsanlagen in Polen belasteten den Konzern auch Ausgaben für das Sparprogramm.

Wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes im Energiemarkt und im Öl- und Gassektor sackte der Auftragseingang um 8,5 Prozent auf gut 5,1 Milliarden Euro ab. Der Auftragsbestand schmolz um 4,5 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Auch beim operativen Ergebnis hinterließ das Umfeld deutliche Spuren: Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) brach um 39 Prozent auf 161 Millionen Euro ein.

Im Gesamtjahr rechnet Bilfinger beim bereinigten Gewinn weiter mit mindestens 160 (Vorjahr: 255) Millionen Euro und beim bereinigten Ebita mit mindestens 270 (Vorjahr: 419) Millionen Euro.

Pressemitteilung

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