Bieterkampf um Starwood Hotels: Chinesen geben auf

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Der chinesische Versicherer Anbang hat den Kampf um die Starwood-Hotels aufgegeben. Foto: Rolex Dela Pena

Der chinesische Investor Anbang hat sein Kaufangebot für den US-Konzern Starwood Hotels überraschend zurückgezogen. Damit endet eine milliardenschwere Übernahmeschlacht mit dem Rivalen Marriott, der nun freie Bahn für die Fusion zum weltgrößten Hotel-Konzern hat.

Stamford (dpa) - Der Weg für den Zusammenschluss zum globalen Branchenführer ist frei: Der US-Hotelriese Marriott kommt bei der Übernahme des Rivalen Starwood nun doch zum Zug, nachdem der chinesische Investor Anbang sein 14 Milliarden Dollar schweres Angebot unerwartet zurückgezogen hat.

"Wir sind begeistert, Teil des größten Hotelunternehmens der Welt zu werden", verkündete Starwood-Chef Thomas Mangas in der Nacht auf Freitag.

Bekannte Marken wie Ritz-Carlton, Westin oder Sheraton sollen durch die Hochzeit unter dem Dach eines Branchenschwergewichts mit mehr als 5500 Hotels und über einer Million Betten vereint werden. Marriott rechnet damit, ab dem ersten Jahr nach der Fusion, mindestens 200 Millionen Dollar jährliche Kosten einsparen zu können.

"Keine Frage - wir befinden uns auf einer wilden Fahrt", hatte Mangas seinen Mitarbeitern vergangene Woche geschrieben. Der Konzern stand vor einer ungewissen Zukunft: Mehr als Zwei Wochen lang war Starwood zum Objekt der Begierde in einer milliardenschweren Übernahmeschlacht zwischen einem Konsortium um den chinesischen Versicherer Anbang und dem US-Rivalen Marriott geworden. Nun geben die Chinesen auf.

Die genauen Gründe für den plötzlichen Rückzug der Investoren um Anbang, das 2014 bereits das berühmte Waldorf-Astoria Hotel in New York gekauft hatte, bleiben unklar. Erst vor wenigen Tagen hatte das Konsortium, zu dem auch die Beteiligungsfirmen JC Flowers und Primavera Capital gehören, seine Kaufofferte noch einmal angehoben. Die Gruppe teilte lediglich mit, den Bieterprozess aufgrund marktbezogener Überlegungen zu beenden.

Der "Financial Times" zufolge konnten die Investoren keine ausreichende Finanzierung nachweisen. Experten hatten ohnehin gezweifelt, ob die Gruppe der operativen Leitung eines der größten Hotel-Konzerne der Welt gewachsen wäre. Starwood mit Sitz in Stamford, Connecticut, betreibt Ketten wie Le Meridien, Westin oder Sheraton. Durch die Hochzeit mit Marriott, das hinter Ritz-Carlton, Renaissance oder Courtyard steht, werden 30 Hotelmarken gebündelt.

Eigentlich hatten Marriott und Starwood bereits im November eine Fusion vereinbart, die Mitte 2016 vollzogen werden sollte. Mitte März hatten jedoch Anbang und Co. dazwischengefunkt. Durch den Ausstieg der Chinesen hat Marriott jetzt wieder die Oberhand. Das Unternehmen bietet 21 Dollar in bar sowie 0,8 Marriott-Anteile je Starwood-Aktie, was sich zuletzt auf etwa 13,3 Milliarden Dollar summierte. Die Aktionäre sollen am 8. April über das Angebot entscheiden.

Starwood-Mitteilung

FT-Bericht (kostenpflichtig)

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