Betriebsversammlungen legen Paketabfertigung lahm

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Mit Beeinträchtigungen bei der Paketzustellung muss gerechnet werden. Foto: Stephanie Pilick/Archiv/Symbolbild

Bonn (dpa) - Mit Betriebsversammlungen in den Paketzentren haben am Freitagabend die Gewerkschaft Verdi und Betriebsräte gegen die aus ihrer Sicht zu hohe Zahl befristeter Jobs bei der Deutschen Post protestiert. Durch die Aktion sollte die Paketabfertigung über Stunden hinweg lahmgelegt werden.

In der Folge rechnet die Gewerkschaft mit massiven Beeinträchtigungen der Paketzustellung am Nikolaustag. Geplant waren Versammlungen in 31 der 33 Paketzentren.

Die Post warnte, der Aufruf zur Unterbrechung der Arbeit schade dem Unternehmen. Sie kündigte an, sie wolle die Auswirkungen für die Kunden möglichst gering halten.

Der Landesbereichsleiter für Postdienste bei Verdi Bayern, Anton Hirtreiter, äußerte sich zufrieden über eine Betriebsversammlung im Paketzentrum Nürnberg/Feucht. Nach seinen Schätzungen nahmen rund 95 Prozent der Schichtmitarbeiter teil, darunter zahlreiche befristet Angestellte. Die Aktion sei ein "Warnschuss für die Arbeitgeber", sagte er der dpa. "Unser Ziel ist nicht, die Postkunden zu bestrafen." Der Landesbereichsleiter für Postdienste bei Verdi Hessen, Detlev Borowsky, sprach ebenfalls von einer "außerordentlich hohen Beteiligung" bei einer Versammlung in Rodgau bei Frankfurt/Main.

Die Post hatte die Versammlungen zuvor scharf kritisiert. "Mich wundert schon, dass man ausgerechnet vor dem Nikolaustag, an dem alle Kinder auf ihre Geschenke warten, eine Betriebsversammlung abhält", sagte Vorstandschef Frank Appel der Zeitung "Tagesspiegel". "Man könnte das auch zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt machen." Er sei aber zuversichtlich, dass die Post-Mitarbeiter alles geben würden, um die Folgen abzumildern.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind von bundesweit 131 000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich rund 24 000 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt. Die Post sprach dagegen von 14 700 befristeten Kräften und rund 9000 saisonalen Aushilfskräften. Für das Unternehmen seien Befristungen ein notwendiges Mittel für einen flexiblen Personaleinsatz, hieß es.

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