Wie geht es weiter?

Neue Gespräche: Berliner Kaiser's-Mitarbeiter wollen Klarheit

Berlin - Wie geht es bei Kaiser´s Tengelmann weiter? In einem letzten Krisentreffen soll nun eine Lösung gefunden und der gordische Knoten zerschlagen werden. Ob das gelingt, ist fraglich.

Über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze wollen sich die 5300 Berliner Beschäftigten der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann am Donnerstag (10.00 Uhr) in einer Betriebsversammlung informieren. Der deutsche Marktführer Edeka will Kaiser's Tengelmann komplett übernehmen. Nach einer Klage von Konkurrenten liegt das Geschäft aber bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs am 15. November auf Eis.

Kurz vor Ablauf der Frist zur Lösung des Streits um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann haben die beteiligten Unternehmen ein Spitzentreffen angesetzt. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen die Gespräche „zeitnah“ stattfinden, vermutlich am Donnerstag. Zum genauen Ort und Zeitpunkt wurden keine Angaben gemacht.

Auf einer Betriebsversammlung von Mitarbeitern des Bezirks Nordrhein hatte der Sprecher der Geschäftsführung von Kaisers's Tengelmann, Raimund Luig, zuvor ebenfalls von weiteren Verhandlungen gesprochen. Ob es gelingt, die verlustreiche Supermarktkette vor einer Zerschlagung zu bewahren, ist ungewiss. 2016 habe das Unternehmen „enorme Verluste gemacht, die Umsätze sind weiter gesunken und der Wettbewerbsdruck durch die Discounter steigt“, sagte der Manager.

Tengelmann-Eigentümer Erivan Haub hatte eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um noch eine Einigung zwischen Kaiser's Tengelmann und Branchenprimus Edeka auf der einen Seite und den Konkurrenten um Rewe, Markant und Norma auf der anderen zu erzielen. Über den Verlauf der Verhandlungen, an welchen auch die Gewerkschaft Verdi beteiligt ist, haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Kommt eine Lösung nicht zustande, will Haub angesichts der weiter auflaufenden Verluste sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Tausende Arbeitsplätze wären dann bedroht, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort könnte es zur Schließung von zahlreichen Filialen kommen, für die sich kein Käufer findet.

Fragen und Antworten zur Zukunft von Kaiser´s Tengelmann.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Archivbild)

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