Bund hofft auf Kompromiss

BER: Alternative zu striktem Nachtflugverbot

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Blick bei Nacht auf das beleuchtete Terminal und die Rollflächen des Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt BER in Schönefeld.

Berlin - Während am neuen Berliner Airport alle auf einen Starttermin warten, dreht die Flughafengesellschaft weiter am Personal-Karussell. Auch das Nachtflugverbot sorgt weiterhin für hitzige Debatten.

Die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries (SPD), hat sich beim künftigen Hauptstadtflughafen BER gegen ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ausgesprochen. "Eine entsprechende Regel griffe zu weit", sagte die SPD-Politikerin dem "Tagesspiegel am Sonntag". Sie verwies auf die relativ dünne Besiedelung in Berlin und Brandenburg. Flugzeuge am BER würden "über Gebieten starten und landen können, die sicher nicht so dicht besiedelt sind wie zum Beispiel rund um den Flughafen Frankfurt".

Als alternativen Lärmschutz schlug Zypries vor, dass man "zum Beispiel zu Nachtzeiten nur noch Maschinen starten und landen lässt, die modern und relativ leise sind". Die Flugzeug- und Triebwerkstechnologien hätten hier in den vergangenen Jahren "glücklicherweise gewaltige Fortschritte gemacht". So habe zum Beispiel das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gute Vorschläge erarbeitet, die bei Airbus und anderen schon umgesetzt würden.

Für den Flughafen ist derzeit ein Flugverbot zwischen 0 und 5 Uhr geplant. Das Land Brandenburg dringt auf eine Ausweitung des Nachtflugverbots auf die Zeit von 22 bis 6 Uhr, als Kompromiss von 0 Uhr bis 6 Uhr. Die beiden anderen Flughafen-Gesellschafter Bund und Berlin sind dagegen.

Planer für Entrauchungsanlage am Hauptstadtflughafen entlassen

Unterdessen nehmen die Personalquerelen am Berliner Hauptstadtflughafen kein Ende: Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Samstag entließ die Berliner Flughafengesellschaft im Streit um die Entrauchungsanlage am Pannenflughafen vor wenigen Tagen den Planer der Anlage. Ihm und seinen Mitarbeitern sei ein Baustellenverbot erteilt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft teilte auf Anfrage mit, "aufgrund schwerer Mängel" sei die Zusammenarbeit beendet worden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll die Kündigung damit begründet worden sein, dass sich der Planer geweigert habe, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen. Hierzu wollte sich der Flughafen-Sprecher nicht äußern. Das Blatt zitiert den Planer mit den Worten: "Es gibt bisher gar keine Messung, die beweist, dass die Anlage nicht funktioniert. Sie ist schlicht immer noch nicht fertiggestellt." Der neue Technik-Leiter Jochen Großmann bewerte die Anlage hingegen als Fehlkonstruktion, hieß es in dem Bericht.

Die Probleme mit der Entrauchungsanlage sind eine der Hauptursachen dafür, dass die Eröffnung des Flughafens immer wieder verschoben werden musste. Inzwischen wurde Siemens beauftragt, die Entrauchungsanlage fertigzustellen. Ein neuer Termin für die Inbetriebnahme ist derzeit nicht bekannt.

AFP/dpa

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