Erneute Bauverzögerung

BER-Chef: Mehrkosten liegen unter einer Milliarde Euro

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Baumaterial auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens: Die Kosten könnten bis 2020 auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Foto: Ralf Hirschberger

2020 soll nach vielen Verzögerungen der neuen Hauptstadtflughafen eröffnen - zwei Jahre später als zuletzt geplant. Das birgt weitere Kosten. In Kürze entscheidet sich, woher das Geld kommen soll.

Schönefeld (dpa) - Die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen könnten bis zur Eröffnung 2020 auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Bislang sind es 6,5 Milliarden Euro, die waren aber für einen Start 2018 berechnet.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte in einem Interview des "Tagesspiegel", er könne die Frage nach den Mehrkosten noch nicht abschließend beantworten. "Aber es wird weniger als eine Milliarde Euro sein."

So würden für das BER-Terminal weitere 300 bis 400 Millionen Euro benötigt. Zudem brauche die Flughafengesellschaft weiteres Geld, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Lütke Daldrup will dem Aufsichtsrat am 2. März den Finanzbedarf genau beziffern. "Wir werden einen höheren Eigenbeitrag als bisher leisten", kündigte Lütke Daldrup an; dazu wolle die Flughafengesellschaft 100 der gut 2000 Stellen nicht neu besetzen. "Aber zur Wahrheit gehört auch, dass wir trotzdem wieder die Hilfe der Gesellschafter brauchen werden." Der Flughafen werde erst in sechs bis acht Jahren Geld verdienen.

Eigentümer der Flughafengesellschaft sind die Länder Berlin und Brandenburg zu je 37 Prozent und der Bund zu 26 Prozent.

Beim ersten Spatenstich 2006 hatten die Verantwortlichen für den drittgrößten deutschen Flughafen Gesamtkosten von zwei Milliarden Euro genannt. Mehrere geplatzte Eröffnungstermine, Baumängel und deutliche Erweiterungen des Projekts trieben die Kosten aber in die Höhe.

Die Passagierzahlen in Berlin sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als erwartet. 2017 gab es an den Flughäfen Tegel und Schönefeld insgesamt 33,3 Millionen Passagiere. Lütke Daldrup schwebt vor, die BER-Kapazität bis 2040 auf 55 Millionen Fluggäste zu verdoppeln.

"Das Ausbauprogramm wird eigenwirtschaftlich finanziert", versicherte der Geschäftsführer. "Mit den 2,3 Milliarden Euro Investitionen bis 2030 kann der Flughafen richtig Geld verdienen."

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