Benzin-Wahnsinn und kein Ende in Sicht

Berlin - Eine Entspannung auf dem Benzinmarkt ist nach Expertenansicht mittelfristig nicht zu erwarten. Der Volkswirtschaftler Hanno Beck erklärt, warum das so ist.

Der Experte von der Hochschule Pforzheim führt diesen Trend zum einen auf die nach wie vor hohe Nachfrage aus aufstrebenden Staaten wie China, Brasilien und Indien zurück, wie er der Nachrichtenagentur dpa am Montag sagte. Außerdem befinde sich ein Großteil der Energiereserven auf dem Boden von Staaten, deren politische Situation mitunter relativ schwierig sei. Das werde sich auf absehbare Zeit nicht ändern.

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Ähnlich wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK)sieht Beck in den Rekordständen ein Risiko für die deutsche Wirtschaft. “Steigende Energiepreise bedeuten natürlich eine Gefährdung des Wachstums“, betonte er. Das habe man ganz deutlich bei früheren Energiekrisen etwa in den 1970er Jahren gesehen. “Es gab dramatische Einbrüche beim Wachstum, es gab eine Inflation.“ Darin bestehe ein Bedrohungspotenzial. Naturgemäß hätten vor allem energieintensive Unternehmen mit den hohen Preisen zu kämpfen.

Merkel gegen Erhöhung der Pendlerpauschale

Trotz der anhaltend hohen Benzinpreise und Forderungen aus FDP und Union lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Erhöhung der Pendlerpauschale weiterhin ab. “Die Bundesregierung kann den Ärger vieler Autofahrer verstehen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Pauschale habe aber nichts direkt mit den Benzinpreisen zu tun, sondern werde unabhängig vom Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit gezahlt.

Seibert betonte, das Wettbewerbsrecht sei das geeignete Mittel, um möglichem Marktmissbrauch im Mineralölbereich zu begegnen. So gebe es bereits das Verbot, dass Mineralölkonzerne ihren Tankstellen Benzin günstiger verkaufen dürfen als den freien Tankstellen.

Derzeit werden 30 Cent je Entfernungskilometer gezahlt. Das Bundeswirtschaftsministerium betonte hingegen, Minister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) halte an seiner Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fest. Diese könne ein Thema bei dem nächsten Koalitionsausschuss werden. “Die Arbeitnehmer leiden erheblich unter den Mobilitätskosten“, betonte ein Sprecher Röslers.

Politiker aus Reihen von Union und FDP hatten eine Erhöhung um 5 bis 10 Cent vorgeschlagen. Den Staat kostete die Pauschale im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Euro.

dpa

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