Verwirrende Zeichen auf Elektro-Geräten

Das bedeuten die Energie-Spar-Logos

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Geld verschleudern geht mit Stromfressern schnell. Daher achten immer mehr Verbraucher verstärkt auf als sparsam gekennzeichnete Elektro-Geräte.

Beim Kauf eines neuen Elektrogeräts achten immer mehr Menschen auf einen niedrigen Stromverbrauch. Aufgeklebte Etiketten sollen bei der Auswahl helfen. Doch nicht alle Zeichen sind verständlich.

Wer stromsparende und umweltfreundliche Elektrogeräte kaufen will, steht im Geschäft vor einer verwirrenden Zahl von Produktaufklebern. Wahrscheinlich im Herbst kommen schrittweise weitere hinzu. Was bedeuten die meist EU-weit gültigen Ökokennzeichen und welches gilt wofür?

Die wichtigsten Labels sind das „EU-Label“, der „Energystar“, „TCO“, die „Euroblume“ und der „Blaue Engel“. „Einige wie die Ökoblume sind freiwillig. Andere, wie das EU-Label, sind verpflichtend und die erreichten Werte und Inhalte für die gesamte EU einheitlich“, sagt Gerhard Heine vom VDE-Prüfinstitut in Offenbach. Die Maßgaben des EU-Kennzeichens einschließlich Testkriterien und Gestaltung schreibt eine Richtlinie fest. Die Vorgabe enthält „Mindestanforderungen: „Freiwillig mehr geht immer.“

„EU-Label“ bekommt neue Abstufungen

Das „EU-Label“ dürfte den meisten Verbrauchern vertraut sein: Die grünen, gelben und roten Streifen plus die Buchstaben A bis G pappen auf Waschmaschinen, Trocknern, Kühl- und Gefrierschränken, Geschirrspülern, Backöfen, Lampen sowie Ventilatoren. Grün symbolisiert den geringsten Energieverbrauch, rot den höchsten.

Weil inzwischen fast alle Geräte im grünen Bereich liegen, sollen künftig drei zusätzliche Effizienzklassen einen differenzierteren Vergleich ermöglichen: Die Skala wird um A+, A++ und A+++ erweitert. Die Abstufung erfolgt in Prozentschritten. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern gehe es zum Beispiel um jeweils 12 Prozent, erläutert Floris Akkermann von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin. A+ bedeute 12 Prozent besser als der zulässige Verbrauch der darunter liegenden Klasse, A+++ 36 Prozent besser.

Die Stufen variieren von Gerätegruppe zu Gerätegruppe. Experten wie Andrea Sack vom Europäischen Verbraucherzentrum empfehlen daher, „entweder nur Waschmaschinen oder nur Kühlschränke miteinander zu vergleichen.“ Außerdem sollten Kunden sich vorab über die Werte informieren. Die erweiterte Skala soll ab Juli 2011 Pflicht werden.

Die ersten Produkte werden wahrscheinlich schon im Herbst in den Geschäften stehen, da die Firmen freiwillig auszeichnen. Die Kunden müssen deren Angaben vertrauen, denn das Label ist eine sogenannte Eigenerklärung des Herstellers. Die in der Haushaltsgeräte-Abteilung gängige Kennzeichnung soll auch auf Fernseher übertragen werden. „Im Herbst nimmt das EU-Parlament einen neuen Anlauf“, so Gerhard Heine. Solche Apparate könnten dann vor Weihnachten in den Handel kommen.

Stern-Schild von der US-Umweltbehörde

Der „EnergyStar“ gehört zu den freiwilligen Kennzeichen. Das hellblaue Schildchen weist auf stromsparende Computer, Monitore oder Kopierer hin. Bei Druckern zählt zusätzlich der sparsame Papiereinsatz. Über die Vergabekriterien des „EnergyStar“ bestimmt maßgeblich die US-amerikanische Umweltbehörde, die ihre Vorgaben regelmäßig der sich schnell verändernden Technik anpasst. Unternehmen, die Produkte mit dem Gütesiegel in der EU verkaufen wollen, können es bei der Europäischen Union in Brüssel beantragen und in eine Datenbank eintragen lassen.

EU-Blume blüht erst nach Prüfverfahren

Ähnlich läuft das Verfahren für die „EU-Blume (Ecoblume)“. Sie blüht im Elektrobereich auf Haushaltsgeräten, Lampen oder Rechnern. Voraussetzung ist, dass „der Hersteller eine Lizenzgebühr zahlt und einen Prüfbericht bei der EU-Kommission hinterlegt“, erläutert Akkermann. In Deutschland redet außerdem das Umweltbundesamt mit. Das Siegel behält drei bis fünf Jahre Gültigkeit.

Gütesiegel TCO für Bildschirmstrahlung

Das „TCO“-Etikett deckt ungefähr die gleichen Produkte ab wie der „EnergyStar“. Beide Zeichen kleben oft nebeneinander. Das Signet bekommen solche Geräte, die zusätzlich zur Energie-Effizienz bei der Umweltverträglich- und Wiederverwertbarkeit gut abschneiden. Die hinter den Buchstaben „TCO“ stehenden Zahlen weisen auf das Jahr hin, in dem die Anforderungen gültig waren. Diese wurden zuletzt 2006 aktualisiert. Im Handel sind noch Geräte mit älteren Standards. Das Label ist ebenso wie der „EnergyStar“ und die „EU-Blume“ freiwillig.

Die als Stromfresser verschrienen Ladegeräte für Handys, Laptops und MP3-Player unterliegen einer eigenen EU-Verordnung (EG 278/2009). Sie soll den Energieverlust bremsen, den die Netzteile sogar im Leerlauf produzieren. „Es dürfen nur noch Modelle vertrieben werden, die bestimmte Werte erreichen“, sagt Heine. Die Auflagen werden schrittweise eingeführt und sind für Verbraucher nicht sichtbar.

Die Vorschriften der EU-weiten Ökodesign-Richtlinie bleiben dem Verbraucher verborgen, obwohl ihre Folgen wie das Glühlampenverbot den Markt kräftig beeinflussen. „Die Richtlinie gilt für energierelevante Produkte“, sagt Floris Akkermann, dessen Behörde für die Umsetzung verantwortlich ist. Dazu müssen sie unter anderem europaweit ein Marktvolumen von mehr als 200 000 Stück pro Jahr besitzen. Darunter fallen Thermometer ebenso wie Fernseher, Heizkessel oder Elektromotoren. Von den Herstellern werden bestimmte Mindestanforderungen verlangt. Diese müssen sie deklarieren, bevor ein Produkt auf den hiesigen Markt kommt.

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