Baugeschäft zieht wieder an

Wiesbaden - Der lange Winter hat der deutschen Bauwirtschaft schwer zugesetzt. Der April bringt erste Lichtblicke, doch der Aufholprozess kommt nur langsam in Gang.

Nach dem witterungsbedingt schwachen Start ins Jahr hat der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April erstmals wieder angezogen. Die Bestellungen lagen real um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Das sei das erste Plus seit Oktober 2012, noch im März war der Ordereingang um 9,2 Prozent zum Vorjahr eingebrochen. In den ersten vier Monaten 2013 bleibt ein Minus von preisbereinigt 2,9 Prozent.

Nach den Angaben steigerten die Baufirmen im April ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Dieses Ergebnis ist aus Sicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie jedoch nicht zufriedenstellend: „Angesichts der hohen Auftragsbestände und der Tatsache, dass den Bauunternehmen zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im vergleichbaren Vorjahresmonat, hätte das Umsatzplus höher ausfallen müssen.“

Und weil der lange kalte Winter das Baugeschäft bis in den März hinein lahmlegte, setzten die Betriebe im bisherigen Jahresverlauf nur rund 21,1 Milliarden Euro um - 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie geht davon aus, dass die Bauunternehmen diesen Umsatzrückgang angesichts der vollen Orderbücher im Jahresverlauf noch weiter ausgleichen können. Schon im Vormonat hätten die Betriebe den höchsten Bestellbestand in einem März seit 1999 gemeldet.

Bisher konnten die Aufträge jedoch nicht wie gewünscht abgearbeitet werden. Auch im April 2013 hätten 71 Prozent aller im Rahmen des ifo-Konjunkturtests befragten Bauunternehmen eine Behinderung der Bautätigkeit aufgrund schlechter Witterung gemeldet.

Ende April waren im Hoch- und Tiefbau 732 000 Menschen beschäftigt, 16 000 oder 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

dpa

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