Aus steuerlichen Gründen

BASF mit Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet

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Aktionäre auf der Hauptversammlung des Chemiekonzerns BASF: Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Foto: Uwe Anspach

Mannheim/Ludwigshafen - Mit einem kräftigen Gewinnzuwachs ist der Chemiegigant BASF ins Jahr gestartet. Das hat aber steuerliche Gründe. Das operative Ergebnis ist rückläufig.

Ein wegen des Ölpreisverfalls reduzierter Steueraufwand hat dem Chemieriesen BASF zu Jahresbeginn einen Gewinnsprung verschafft.

Im ersten Quartal 2016 stieg der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro, wie die BASF SE am Freitag mitteilte. Demnach wirkte sich der gesunkene Ölpreis günstig auf die hohe Steuerlast für die Öl- und Gasproduktion in Norwegen aus.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen ging dagegen um 8 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück. Neben dem Verlust des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts, das BASF im Zuge eines Tauschs an den russischen Energieriesen Gazprom abgetreten hatte, wirkte sich auch hier der gesunkene Ölpreis aus. Er drückte erneut auf die Preise, unter anderem im Segment Chemicals. Der Konzernumsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.

Auch 2016 werde kein einfaches Jahr, sagte Vorstandschef Kurt Bock vor Beginn der Hauptversammlung in Mannheim. Er bestätigte die Ziele für 2016. Der Umsatz (2015: 70,5 Milliarden Euro) soll wegen der Abgabe des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts sowie der gesunkenen Öl- und Gaspreise deutlich zurückgehen. Das Ergebnis Ebit vor Sondereinflüssen wird demnach bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahreswert (6,74 Milliarden Euro) liegen. "Dies ist im derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig", sagte Bock.

Die BASF geht davon aus, dass der Preis für ein Barrel der Sorte Brent im Jahresschnitt bei 40 US-Dollar liegen wird. Die weltweite Industrieproduktion wird nach Einschätzung des Konzerns um 2,0 Prozent wachsen, die Chemieproduktion um 3,4 Prozent.

Niedrige Öl- und Gaspreise als Problem

Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Niedrige Preise belasten neben der Öl- und Gastochter Wintershall auch das Geschäft mit Chemikalien. Vor allem die Margen bei Petrochemikalien stehen in dem Geschäftsfeld deutlich unter Druck. Die Grundstoffe für die Herstellung etwa von Kunststoffen, Arzneimitteln, Farbstoffen und Waschmitteln können zwar billiger hergestellt werden, da Erdöl und Erdgas wichtige Rohstoffe und derzeit billig zu haben sind. Aber die niedrigeren Einkaufpreise müssen Chemieunternehmen bei starkem Wettbewerb in der Regel an die Kunden weitergeben.

Im ersten Quartal brach der Umsatz im Segment Chemicals um 19 Prozent auf 3,14 Milliarden Euro ein. Das Ebit vor Sondereinflüssen sank um um 36 Prozent auf 465 Millionen Euro. In der Öl- und Gassparte ging der Umsatz wegen des Tauschs um 88 Prozent auf 611 Millionen Euro zurück, das Ebit vor Sondereinflüssen sank um 85 Prozent auf 66 Millionen Euro.

dpa

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