Bankenkritiker planen neue Proteste

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Bereits am vergangenen Samstag gab es bundesweit Protestaktionen.

Frankfurt/Main - Einen Tag vor dem Brüsseler EU-Gipfel sind am Samstag in mehreren deutschen Städten weitere Demonstrationen gegen die Macht der Banken geplant. Wo die Aktionen stattfinden sollen:

In Frankfurt am Main soll der Protestzug wieder zur Europäischen Zentralbank (EZB) führen. Nach Angaben des Ordnungsamtes der Stadt werden rund 2000 Menschen erwartet. Zum Protest aufgerufen haben Globalisierungskritiker von Attac, Aktivisten von “Occupy Frankfurt“ und die spanische Protestbewegung “Indignados“. Weitere Aktionen werde es unter anderem in Berlin, Köln und Düsseldorf geben, teilte Attac am Donnerstag mit.

Vor der EZB campierten Aktivisten am Donnerstag den sechsten Tag in Folge. Sie protestieren gegen ein Finanzsystem, das sie für nicht beherrschbar halten. Das Ordnungsamt zählte rund 50 Zelte. “Vor Ort läuft alles sehr reibungslos“, sagte ein Sprecher. Eine Aktivistin sprach von bis zu 70 Zelten und meinte: “Es kommen täglich neue Zelte hinzu.“ In die “Volksküche“ des Camps sei jeder eingeladen: “Jeder Mensch kann vorbeikommen, mit uns essen“, sagte sie.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods (USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Vorbild der Proteste sind die Aktivisten von “Occupy Wall Street“ (“Besetzt die Wall Street“), die seit gut vier Wochen im New Yorker Finanzdistrikt campieren. In Frankfurt zelten vor allem junge Menschen, wie Aktivisten berichteten. Ältere Leute brächten dafür viele Spenden vorbei. Genehmigt ist das Protest-Camp bis 29. Oktober.

dpa

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