Neues Bau-Lagezentrum

Bahn will Verspätungen durch Baustellen mindern

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Die Bahn steckt in diesem jahr 7,5 Milliarden Euro ins Schienennetz. Foto: Lukas Schulze

Große Bauvorhaben bei der Bahn sind unvermeidlich, nicht jedoch alle Verspätungen, die dadurch entstehen. Bald sollen sich mehr als 100 Mitarbeiter um die bundesweite Abstimmung der Projekte kümmern.

Berlin (dpa) - Heikle Projekte erkennen, Fahrgäste möglichst schonen: Bei der Deutschen Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger unter Baustellen leiden. Dazu hat im Konzern ein neues "Lagezentrum Bau" die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte.

"Es hat die Aufgabe, die Baustellen für die Zukunft besser durchzuplanen und noch besser abzustimmen auf den Fahrplan."

Die Spezialabteilung sei Anfang Juli zunächst mit 15 Beschäftigten gebildet worden und solle bis zum Jahresende auf mehr als 100 Mitarbeiter wachsen. Ziel ist es, dass die Züge trotz des laufenden Modernisierungsprogramms pünktlicher werden.

Mit einem neuen Punktesystem wollen die Fachleute verspätungsträchtige Bauvorhaben identifizieren, gewichten und besser planen. "Wir haben uns ein internes Radarsystem aufgebaut", sagte Pofalla am Donnerstagabend. Erste Effekte erwarte er im nächsten Frühjahr. Bauvorhaben werden mit einem langen Vorlauf geplant. Das Lagezentrum arbeite ergänzend zu den regionalen Planungs- und Baueinheiten.

Von den Fernzügen der Bahn waren im ersten Halbjahr 81,1 Prozent pünktlich - nach 78,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Als verspätet gilt ein Zug, der mindestens sechs Minuten nach der Fahrplanzeit ankommt. In den nächsten Jahren will die Bahn schrittweise bis auf eine Quote von 85 Prozent kommen, damit die Kunden fast jede Umsteigeverbindung erreichen.

Der Staatskonzern steckt in das Schienennetz in diesem Jahr die Rekordsumme von 7,5 Milliarden Euro, größtenteils Bundesmittel. In dem 33 000 Kilometer langen Netz werden 1650 Kilometer Gleise erneuert, außerdem 1800 Weichen und 4600 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik. In diesen Sommerferien gebe es in Spitzenzeiten bis zu 1000 Baustellen, sagte Pofalla.

Derzeit behindern zwei Großbaustellen den Fernverkehr: Zwischen Berlin und Hannover steht bis 31. August nur eines von zwei Gleisen zur Verfügung. Die Fahrgäste sitzen deshalb 20 Minuten länger im Zug. Einige IC-Züge Richtung Köln werden über Magdeburg und Braunschweig umgeleitet und brauchen deshalb sogar eine Stunde länger als sonst.

Auf dem Abschnitt von Frankfurt nach Mannheim ist bis 14. August ebenfalls nur eines von zwei Gleisen frei. Die Folge ist eine Umleitung über Frankfurt-Süd und Darmstadt. Teils halten Züge in Frankfurt-Süd statt am Hauptbahnhof, andere fahren nicht wie sonst über den Flughafenbahnhof.

Vom 17. Juli bis 29. August wird die Strecke Köln-Wuppertal-Dortmund-Hamm gesperrt sein. Das ist nötig, um die Inbetriebnahme eines elektronischen Stellwerks in Wuppertal vorzubereiten. Die ICE auf der Strecke Berlin-Köln werden in dieser Zeit über Düsseldorf und Dortmund umgeleitet. Dadurch entfallen die Haltestellen in Hagen, Wuppertal und Solingen.

Großbaustellen des Jahres bei der Bahn

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