Großer Bedarf an Lokführern

Personal dringend gesucht: Bahn will 19 000 Leute einstellen

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Lokführer in einem ICE: Die Bahn will in diesem Jahr 19.000 neue Beschäftigte einstellen. Foto: Jan Woitas

Mehr Züge, mehr Fahrgäste, hohe Investitionen ins Netz - die Bahn braucht viel neues Personal. Vor allem Lokführer werden händeringend gesucht, aber auch Elektroniker oder IT-Experten.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr 19.000 neue Beschäftigte einstellen. "Darunter sind allein über 1000 Lokführer und Lokführer-Azubis", sagte der neue Bahn-Personalvorstand Martin Seiler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

In der Gesamtzahl enthalten sind 4000 Auszubildende und dual Studierende. Seiler begründete die Einstellungsoffensive mit dem Wachstum und digitalen Ausbau des Konzerns. Zudem gingen viele Mitarbeiter in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Besonders gesucht seien Lokführer, Fahrdienstleiter, Elektroniker, Ingenieure, IT-Experten, Leit- und Sicherungstechniker, Servicekräfte oder Gleisbauer.

Bereits länger bekannt ist der Engpass bei Lokführern. Hier bemühen sich die Deutsche Bahn und auch ihre privaten Wettbewerber seit geraumer Zeit verstärkt um Nachwuchs. Trotz erster Erfolge bleibt es eng, und selbstfahrende Züge ohne Personal im Führerstand sind vorerst noch Zukunftsmusik.

"Aktuell fehlen bundesweit mindestens 1200 Lokführer", sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, der Funke-Mediengruppe. Immer wieder fielen deshalb Züge aus. "Oft wird der Mangel auch durch Überstunden ausgeglichen", sagte Weselsky. Nach früheren Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gibt es besonders im Güterverkehr große Probleme, wo Züge oft stehen blieben, weil schlichtweg der Lokführer fehlt. Gefahren würden die Güter dann erst, wenn wieder Personal verfügbar sei.

Aber auch für ihre Digitalisierungsoffensive braucht die Deutsche Bahn viele Fachleute. Die Bahn will ihre Züge in 10 bis 15 Jahren flächendeckend digital leiten und viele Signale und Kabelverbindungen überflüssig machen. So könnten auf dem deutschen Schienennetz 20 Prozent mehr Züge fahren, hatte Bahnchef Richard Lutz erklärt.

Im Wettbewerb um Fachkräfte muss sich der bundeseigene Konzern anstrengen, weiß die Leiterin der Personalgewinnung der Deutschen Bahn, Kerstin Wagner. Der Arbeitsmarkt sei herausfordernd, vor allem im Süden Deutschlands, und das nicht nur für Lokführer, sondern auch für Elektroniker, Ingenieure, Fahrdienstleiter oder IT-Experten.

Die Bahn beschäftigt dem Bericht zufolge in Deutschland knapp 200.000 Mitarbeiter. In den vergangenen fünf Jahren habe der Konzern rund 60.000 Beschäftigte neu eingestellt und damit fast ein Drittel seiner Belegschaft hierzulande erneuert.

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