Bahn unter Zugzwang

Gleich noch ein Streik? „Kampfbereite“ GDL droht mit Ultimatum - Bahn reagiert

Lokführer-Streik im Personenverkehr - Bayern Die Bahn
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„Wir streiken“ – derzeit sogar ziemlich oft: Die Lokführer drohen erneut, die Arbeit niederzulegen. Das neue Ultimatum der GDL will die Bahn deshalb nicht verstreichen lassen.

Nach drei Bahnstreiks und wenig Fortschritt im Tarifkonflikt stellt die Lokführergewerkschaft GDL der Bahn ein Ultimatum und droht mit dem nächsten Streik. Nun lenkt der Bahnvorstand ein.

Berlin - Bei der Deutschen Bahn* bewegte sich in letzter Zeit wenig – weder auf den Gleisen noch in den Tarifverhandlungen mit der streikenden Lokführergewerkschaft GDL. Drei Streiks mussten die Fahrgäste der Bahn schon aushalten, mit dem vierten drohte die Gewerkschaft bereits – und setzte der Bahn ein Ultimatum bis Montag.

Liege bis Anfang der kommenden Woche kein verhandlungsfähiges Angebot vor, beginne man mit den Vorbereitungen des nächsten Arbeitskampfes, erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky. Dazu kommt es nun doch nicht: Die Bahn will die streikerprobte GDL mit einem „neuen und verbesserten“ Angebot wieder zu Verhandlungen bewegen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Bahnstreik: DB will der GDL bis zum Wochenende neues Angebot vorlegen

Das Angebot solle bis zum Wochenende der Gewerkschaft vorgelegt werden, hieß es am Donnerstag (9. September) aus dem Umfeld der beiden Tarifparteien. Inhalte des geplanten Angebots wurden zunächst nicht bekannt. Das Unternehmen prüfe intensiv, an welchen Stellen sich beide Seiten weiter annähern können, sagte eine Bahn-Sprecherin. „Im Interesse unserer Kundinnen und Kunden müssen wir jetzt dringend zu einer Einigung kommen.“

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte zuvor den Druck erhöht. „Wir hatten der Deutschen Bahn (DB) nach dem letzten Ausstand Zeit zum Nachdenken eingeräumt, doch mir scheint, dass der Bahnvorstand ein bisschen lange zum Überlegen braucht“, kritisierte Weselsky. Die Bahn spiele offenbar auf Zeit, das könne aber keine Option mehr sein.

Drei Bahnstreiks hintereinander: Darum geht es der Lokführergewerkschaft GDL

Die GDL hat in der laufenden Tarifrunde schon dreimal für ihre Ziele gestreikt, zuletzt im Personenverkehr fünf Tage lang. In dem Tarifkonflikt geht es um eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Dabei will die Gewerkschaft auch ihren Einflussbereich im Konzern ausdehnen.

Gut jeder zweite Deutsche hat kein Verständnis für den jüngsten Streik. 53 Prozent der Befragten äußerten sich entsprechend in einer Yougov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur. Hingegen haben 36 Prozent Verständnis für die Arbeitsniederlegungen. Die Streiks in der Ferienzeit trafen neben Pendlern auch Urlaubsreisende, zudem erstreckte sich der dritte Streik im Personenverkehr auch über ein Wochenende. Rund jeder siebte Bundesbürger war nach der Umfrage von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Bahnstreik: GDL und Bahn schon seit Monaten im Tarifstreit

Die GDL und die Bahn konnten sich trotz monatelanger Tarifauseinandersetzung* bislang nicht auf einen Abschluss verständigen. Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Auf der anderen Seite will die Bahn die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten. Zudem stimmte sie der Corona*-Prämie zu. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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