Lokführer lehnen neues Bahnangebot ab

Zahlreiche Ausfälle und Verspätungen: Bahn-Streik geht weiter - Weselsky sieht „Existenzvernichtung der GDL

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am frühen Donnerstagmorgen begonnen und bereits jetzt für zahlreiche Ausfälle und Verspätungen gesorgt.

München - Trotz eines verbesserten Angebots der Deutschen Bahn (DB) geht der Bahn-Streik weiter. Das bestätigte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Die GDL hatte das Angebot zunächst geprüft. „Die schlechte Nachricht für die Bahn-Kunden: Der Streik geht weiter“, sagte Weselsky. „Dieses Angebot kann kein Mensch und vor allem keine Gewerkschaft auf dieser Welt annehmen“, führte er weiter aus.

Zahlreiche Ausfälle und Verspätungen: Bahn-Streik geht trotz neuen Angebots weiter

An Drehkreuzen wie in München oder Hannover war die Lage zunächst ruhig, weil sich offensichtlich viele Fahrgäste über den Ausstand informiert hatten. „Die Streikbeteiligung ist gut, denn der Frust ist gewaltig“, sagte ein GDL-Sprecher in Bayern. Die Bahn empfiehlt, Reisen zu verschieben. Alle gebuchten Fernverkehrstickets für die Zeit des Streiks sollen ihre Gültigkeit behalten. Bei Sparangeboten wird die Zugbindung aufgehoben.

Der Ausstand ist im aktuellen Tarifstreit der dritte und soll bis zum frühen Dienstagmorgen dauern. Im Güterverkehr lief die Streikwelle bereits am Mittwoch an. Kurz danach legte die Bahn ein neues Angebot vor. Es enthält eine Corona-Prämie bis zu 600 Euro und sieht eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten vor. Bislang hatte der Konzern eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert.

GDL pocht auf Corona-Prämie von 600 Euro

Eine Corona-Prämie von 600 Euro gehört zu den wichtigsten Forderungen der Gewerkschaft. Bei der Laufzeit will die GDL indes nicht über 28 Monate hinausgehen. Außerdem soll die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent bereits für das laufende Jahr ausgezahlt werden. Weselsky beklagte im ARD-„Morgenmagazin“, die neue Offerte sei auch inhaltlich „nicht annehmbar“. So enthalte sie für dieses Jahr eine Nullrunde.

Nach Weselskys Darstellung verlangt die Bahn, den Geltungsbereich auf den derzeitigen Tarifvertrag zu beschränken. Damit droht nach seiner Ansicht eine Spaltung der Gewerkschaft mit Mitgliedern erster und zweiter Klasse. „Die Zielsetzung des Bahnvorstandes ist die Existenzvernichtung der GDL“, sagte Weselsky.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler bekräftigte ebenfalls im „Morgenmagazin“, dass die GDL an den Verhandlungstisch zurückkehren solle. „Am Ende müssen beide Parteien aufeinander zugehen.“ Die GDL werde einer der Tarifpartner bleiben. Das Tarifeinheitsgesetz sichere die Existenz der Gewerkschaft in jenen Betrieben, wo sie die Mehrheit der Arbeitnehmer organisiert habe. Weselsky sagte: „Natürlich werden wir mit der Bahn verhandeln.“

Zunächst war unklar, ob die beiden Seiten ihre Gespräche wieder aufnehmen und welche Auswirkungen das auf den laufenden Streik haben könnte. Die letzte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten ist fast drei Monate her. (dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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