"Mehr als sich die Reisenden wünschen"

GDL-Chef Weselsky: Streik-Kasse ist gut gefüllt

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GDL-Chef Claus Weselsky.

München – Der neunte Bahn-Streik der GDL nervt nun auch die Menschen, die bislang Verständnis gezeigt hatten. In einem Interview erzählt GDL-Chef Weselsky, wie es sich als „Buhmann der Nation“ anfühlt.

Vor allem auf Twitter entlädt sich gerade die Wut über Claus Weselsky. Nach einem Interview, das er der Bild-Zeitung (Donnerstagsausgabe) gegeben hat, wird er vermutlich noch mehr wütende Tweets lesen mit dem Hashtag #Weselsky lesen müssen. Denn auf die Frage, wie viel Geld noch in der Streik-Kasse der GDL liege, antwortete er: „Auf jeden Fall mehr, als das Management der Deutschen Bahn und die Reisenden sich wünschen.“ Möglicherweise wird der aktuelle Bahn-Streik der Lokführer also noch länger dauern, als befürchtet. Oder aber es könnte ein zehnter Streik folgen, wieder mit offenem Ende.

Weselsky sagte, das Bahn-Management habe es zu verantworten, dass inzwischen 400 Millionen Euro verbrannt worden seien, „Geld, das der Steuerzahler wieder erbringen muss. Und das fehlt, wenn es darum geht, Schienen, Brücken und Straßen zu reparieren“. Er sagte, die GDL bedauere die Streiks, sie habe aber nach gescheiterten Verhandlungen kein anderes Mittel.

Der Chef der GDL machte in dem Gespräch deutlich, dass er mit seiner Rolle als Buhmann der Nation leben müsse, auch wenn er sich nicht so fühle. Er habe eher den Eindruck, dass sich „Frustpotenzial der Reisenden“ zunehmend gegen das Management der Bahn wenden würde.

Bis in die Nacht haben Weselksy und Ulrich Weber, der Bahn-Personalvorstand, in Frankfurt diskutiert. GDL und Bahn vereinbarten Stillschweigen über den Gesprächsstand. Lesen Sie hier alle Informationen und Nachrichten zum Bahn-Streik der Lokführer.

sah

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