Erste Abmahnung nach Mogelpackung

Babybel-Schwindel bei Netto und Co.: So dreist führen Supermärkte ihre Kunden beim Preis hinters Licht

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Bei Preissenkungen wird oft rumgetrickst.

Billiger heißt nicht immer billiger: Mit diesen Methoden führen Netto und Co. ihre Kunden hinters Licht - ein aktueller Fall: der Babybel-Schwindel.

Hamburg - Wenn mit einer Preissenkung geworben wird, muss das nicht automatisch heißen, dass man wirklich mehr für sein Geld bekommt. Das klingt absurd, doch: Auch eine Preiserhöhung lässt sich als Schnäppchen-Angebot verkaufen. Wie das geht? Man trickst ganz einfach bei der Packungsgröße.

Kleinere Packungen, größerer Preis

Das kann man immer wieder in verschiedenen Supermärkten Deutschlands erleben. Es geht um die Mini-Babybel-Käselaibe des Unternehmens Bel Deutschland GmbH. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, wurde im August hier heimlich die Füllmenge reduziert: Von sechs auf fünf Stück, eine Reduktion des Füllgewichts von 120 auf 100 Gramm. In manchen Supermarkt-Filialen (zum Beispiel Edeka in Hamburg) wurde aber trotz des kleineren Inhalts weiterhin derselbe Preis wie zuvor verlangt - eine „versteckte“ Kostenerhöhung, bei einem Preis von 1,89 oder 1,99 Euro von gut 20 Prozent.

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Besonders dreist ist aber die Masche, die der Netto-Markendiscount in einer Filiale in Hamburg abgezogen hat. Dort wurde die geschrumpfte Packung Babybel mit „Billiger“ beworben - weil sie für einen Preis von 1,69 Euro anstatt 1,79 Euro angeboten wurde. Bei einer Füllmenge von 20 Gramm weniger ist das de facto eine Preiserhöhung von gut zehn Prozent pro Gramm Käse.

Verbraucherschützer mahnen Babybel-Preisschwindel ab - es ist das erste Mal

Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnte den Discounter daraufhin ab. Die Bezeichnung „Billiger“ darf nun nicht mehr für Produkte verwendet werden, bei welchen der Endpreis tatsächlich erhöht wurde. Für Armin Valet von der Verbraucherzentrale war das ein dankbarer Fall: „Es ist das erste Mal, dass ein solcher Preisschwindel so offensichtlich ist, dass wir die Verantwortlichen abmahnen konnten“, so der Verbraucherschützer.

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Immer wieder kämen Beschwerden rein, bei welchen ein Nachweis aber sehr viel schwieriger sei. Der Grund, warum solche Phänomene immer wieder beobachtet werden: Preisschwindel werde laut Valet nur als Kavaliersdelikt angesehen. Außerdem gebe es außer der Verbraucherzentrale keine Behörde, die Verstöße gegen die sogenannte Preisangabenverordnung überprüfe.

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