RWE-Ökostromtochter

Ausflugsschiff ohne CO2: Innogy startet Vorzeigeprojekt

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Die "MS Innogy" ist ein umgebautes Fahrgastschiff, das mit Methanol, Brennstoffzellen und einem Elektromotor angetrieben wird. Foto: Innogy

Auf hoher See qualmen viele Schiffe mit ihren riesigen Dieselmotoren oft noch was das Zeug hält. Doch es geht auch anders: Der Energieversorger Innogy präsentiert Deutschlands erstes CO2-neutrales Antriebssystem für ein Ausflugsschiff mit Methanol und Elektromotor.

Essen (dpa) - Die RWE-Ökostromtochter Innogy startet auf dem Essener Baldeneysee ein grünes Vorzeigeprojekt: Konzernchef Peter Terium will die "MS Innogy" taufen - ein umgebautes Fahrgastschiff, das mit Methanol, Brennstoffzellen und einem Elektromotor angetrieben wird.

Laut Innogy ist es das erste Schiff in Deutschland mit dieser Technik und CO2-neutral. Denn bei der Produktion von Methanol wird der Umwelt genauso viel CO2 entzogen wie später beim Antrieb entsteht.

Das Unternehmen will damit zeigen, dass sich "grünes" Methanol als alternativer Energiespeicher für überschüssigen Wind- und Sonnenstrom eignet. Damit würde ein Kernproblem der Energiewende angepackt. Der flüssige Brennstoff, der aus CO2, Wasser und Strom erzeugt wird, könnte vor allem in Langstreckenfahrzeugen wie Lastwagen zum Einsatz kommen, hoffen die Techniker. Einen Teil des benötigten Methanols stellt Innogy selbst in einer Modellanlage am Seeufer her.

Innogy testet parallel zwei Elektroautos mit der Antriebstechnik. Sie sollen mehr als 500 Kilometer Reichweite haben. Problem bei einer Massenanwendung dürften allerdings - wie bei der Umwandlung von Energie in Gas - die noch zu hohen Kosten sein.

"Stehen etwa die traditionellen Dieselmotoren in der Schifffahrt für Abgase und Lärm, können künftig saubere Treibstoffe wie CO2-neutrales Methanol auf den Flüssen und Meeren Schiffe antreiben, ohne die Umwelt zu belasten", schreibt Terium im Vorwort einer Projektbroschüre. Der Strom für die Erzeugung des Methanols kommt aus einem Wasserkraftwerk des Unternehmens am See.

An Bord des Schiffes dient der so gewonnene Treibstoff als Brennstoff für eine Brennstoffzelle, die Strom für zwei Batterien erzeugt. Diese versorgen das ganze Schiff - vor allem einen Elektromotor. Da mehr Methanol notwendig ist, als die Modellanlage produzieren kann, kauft Innogy Treibstoff in Island zu, wo er ebenfalls umweltfreundlich hergestellt wurde. Maximal vier Stunden kann die CO2-freie Fahrt über den See bisher dauern - dann sind die Batterien leer.

Zeit und Ort des Projekts sind nicht zufällig gewählt. Innogy ist einer der Hauptsponsoren der Grünen Hauptstadt Europas - ein Titel, den die Europäische Kommission Essen in diesem Jahr verliehen hat. Für die Organisatoren der Grünen Hauptstadt zählt das Methanol-Schiff zu den Leuchtturmprojekten. "Die Technologie ist europaweit derzeit einzigartig und das Projekt dadurch ein weiteres Beispiel der Vorreiterfunktion Essens auf dem Feld der Brennstoffzellentechnologie", heißt es bei der Stadt.

Informationen zum Projekt

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