Weitere Risiken beim Staat

Atomkonzerne überweisen 24 Milliarden Euro für Endlagerung

Castorenbehälter im Forschungszentrum Jülich. Deutschlands Atomkonzerne zahlen zusammen rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Entsorgungsfonds. Foto: Andreas Endermann
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Castorenbehälter im Forschungszentrum Jülich. Deutschlands Atomkonzerne zahlen zusammen rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Entsorgungsfonds. Foto: Andreas Endermann
Ein Warnhinweis mit der Aufschrift "Sperrbereich Kein Zutritt Vorsicht Strahlung": Die Konzerne müssen auch die Stilllegung und den Abriss der Kernkraftwerke bezahlen. Foto: Christian Charisius
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Ein Warnhinweis mit der Aufschrift "Sperrbereich Kein Zutritt Vorsicht Strahlung": Die Konzerne müssen auch die Stilllegung und den Abriss der Kernkraftwerke bezahlen. Foto: Christian Charisius
Ein Bagger reißt im AKW Neckarwestheim einen Zellenkühlturm ab. Der Rückbau begann im Jahr 2012. Foto: Franziska Kraufmann
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Ein Bagger reißt im AKW Neckarwestheim einen Zellenkühlturm ab. Der Rückbau begann im Jahr 2012. Foto: Franziska Kraufmann
Castor-Behälter in einem Zwischenlager. Foto: Uli Deck
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Castor-Behälter in einem Zwischenlager. Foto: Uli Deck
In Stücke zerlegt: Bauteile des früheren Atomkraftwerks "VEB Kernkraftwerk Bruno Leuschner" in der Dekontaminationswerkstatt. Foto: Stefan Sauer
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In Stücke zerlegt: Bauteile des früheren Atomkraftwerks "VEB Kernkraftwerk Bruno Leuschner" in der Dekontaminationswerkstatt. Foto: Stefan Sauer
In der früheren Maschinenhalle des Kernkraftwerkes Rheinsberg lagern Abrissmaterialien. Foto: Bernd Settnik
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In der früheren Maschinenhalle des Kernkraftwerkes Rheinsberg lagern Abrissmaterialien. Foto: Bernd Settnik
Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken im Zwischenlager in Lubmin. Foto: Jens Büttner
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Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken im Zwischenlager in Lubmin. Foto: Jens Büttner
Ein Castor-Behälter wird vor dem AKW Obrigheim mit Hilfe eines Lastwagens auf ein Schiff geschoben. Wo der Atommüll einmal lagern wird, ist weiterhin offen. Foto: Uwe Anspach
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Ein Castor-Behälter wird vor dem AKW Obrigheim mit Hilfe eines Lastwagens auf ein Schiff geschoben. Wo der Atommüll einmal lagern wird, ist weiterhin offen. Foto: Uwe Anspach

Selbst für Deutschlands Atomkonzerne ist es eine gewaltige Summe: 24 Milliarden Euro haben sie an den deutschen Staat überwiesen. Dieser übernimmt dafür die Verantwortung für die Endlagerung des Atommülls.

Essen/Berlin (dpa) - Die Energiekonzerne in Deutschland haben sich von den Kosten zur Zwischen- und Endlagerung des Atommülls endgültig "freigekauft".

Die vier Kernkraftwerks-Betreiber Eon, RWE, EnBW sowie Vattenfall haben insgesamt 24,1 Milliarden Euro "fristgerecht und vollständig" auf Konten des staatlichen Entsorgungsfonds eingezahlt, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte: "Damit ist ihre Haftung für Kosten der nuklearen Entsorgung im Bereich Zwischen- und Endlagerung beendet."

Mit der Überweisung wird der Finanzpakt zwischen dem Staat und den Energiekonzernen zur Finanzierung nuklearer Altlasten umgesetzt. Der staatliche Entsorgungsfonds soll die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls managen. Für Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke sowie die Verpackung des Mülls bleiben die Konzerne verantwortlich.

Spätestens Ende 2022 werden alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Der Pakt soll die Finanzierung des Atomausstiegs sichern - auch im Fall möglicher Konzernpleiten. Der staatliche Entsorgungsfonds soll die eingezahlten Geldmittel den Angaben zufolge "nachhaltig anlegen, um die Finanzierung der Kosten im Bereich Zwischen- und Endlagerung langfristig zu sichern".

Sprecher der Konzerne bestätigten die Überweisungen. Allein vom größten Einzelzahler Eon kamen rund 10 Milliarden Euro. Eon musste erhebliche Anstrengungen unternehmen, um das Geld aufzubringen: So gab es bereits im März eine Kapitalerhöhung, zudem legte der Konzern zur Finanzierung Mitte Mai erstmals seit Jahren wieder Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf.

RWE steuerte 6,8 Milliarden Euro bei, EnBW 4,8 Milliarden Euro und Vattenfall 1,8 Milliarden Euro. Indem sie die Summe auf einen Schlag aufbrachten, umgingen die Konzerne Zinsen von 4,58 Prozent jährlich, die im Falle einer Ratenzahlung zusätzlich angefallen wären.

Mitteilung Bundeswirtschaftsministerium 03.07.2017

Mitteilung Bundeswirtschaftsministerium 16. Juni 2017

Stresstest zu Atom-Rückstellungen

Regierungsentwurf für das Entsorgungsfondsgesetz

Aktive und stillgelegte AKW in Deutschland

Mitteilung des Bundesverfassungsgerichts zu Urteil von 2016

13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes vom 31. Juli 2011

Abschlussbericht der Expertenkommission KFK

Mitteilung der EU-Kommission 16. Juni 2017

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