Arriva-Übernahme durch Deutsche Bahn perfekt

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DB-Chef Rüdiger Grube

Berlin - Die größte Übernahme der Deutschen Bahn in ihrer Firmengeschichte ist perfekt. Der Kauf des britischen Bus- und Bahnkonzerns Arriva für rund 2,8 Milliarden Euro wurde am Freitag abgeschlossen.

Das teilte das bundeseigene Unternehmen mit. Damit beginnt der Bieterwettstreit um die deutschen Arriva-Töchter. Diese muss die Bahn nach einer EU-Auflage aus Wettbewerbsgründen als Paket wieder abgeben. Das soll “möglichst schnell“ passieren: “Wir versuchen, das noch dieses Jahr abzuwickeln“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube in einer Telefonkonferenz.

Mit Arriva hat sich die Bahn Marktanteile im Personenverkehr in elf europäischen Ländern erkauft. Sie zahlt dafür rund 1,8 Milliarden Euro und übernimmt knapp eine Milliarde Euro an Schulden. Grube sagte, die Bahn sei bisher im Vergleich zu ihren Wettbewerbern im Personenverkehr außerhalb des Heimatmarktes “weit abgeschlagen“. Das Geschäft mit Bussen und Regionalbahnen im Ausland mache bislang nur zwei Prozent des Umsatzes im Personenverkehr aus. Dieser Anteil steige mit der Arriva-Übernahme auf mehr als 20 Prozent, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg.

Der Arriva-Konzern hat rund 42 000 Beschäftigte und ist in zwölf europäischen Ländern aktiv. Im vergangenen Jahr wurden etwa 3,8 Milliarden Euro Umsatz erzielt. 460 Millionen Euro davon kamen aus Deutschland, davon entfielen 390 Millionen auf regionale Bahngesellschaften und der Rest auf das Busgeschäft.

Zur Finanzierung der Transaktion sagte Finanzvorstand Richard Lutz, der Bahn hätten am 26. August 2,9 Milliarden Euro an liquiden Mitteln zur Verfügung gestanden. Nach zwei Anleihen über je 500 Millionen Euro wolle das Unternehmen “den Kapitalmarkt auch in den kommenden Monaten in Anspruch nehmen“, voraussichtlich noch einmal in derselben Größenordnung. Lutz verwies auf die derzeit günstigen Zinsen bei der Ausgabe von Unternehmensanleihen.

Die Notierung des Arriva-Mutterkonzerns an der Londoner Börse wird am 31. August beendet, wie Grube sagte. Das Unternehmen werde als eigenständige, 100-prozentige Tochter der DB UK Holding Limited fortgeführt. Für die deutschen Arriva-Gesellschaften gebe es einen “hohen Zuspruch und sehr, sehr viele Interessenten“, sagte Finanzvorstand Lutz. Sie sollten an den Meistbietenden verkauft werden. Es sei nicht erheblich, ob ein bisheriger Konkurrent den Zuschlag erhalten oder “jemand Neues“ in den Wettbewerb eintreten werde. Interesse bekundet hatten bereits die französische Bahn SNCF über ihre deutsche Tochter Keolis sowie Veolia Verkehr und die Benex-Holding der Hamburger Hochbahn.

dpa

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