Arbeitslosenzahl knapp unter drei Millionen

Nürnberg - Trotz des harten Winters ist die Arbeitslosenzahl im Dezember knapp unter der Drei-Millionen-Marke geblieben.

Nach Berechnungen von Bankenvolkswirten und Konjunkturforschern waren im Weihnachtsmonat rund 2,99 Millionen Männer und Frauen erwerbslos. Das wären rund 60 000 mehr als im November, aber rund 285 000 weniger als vor einem Jahr. Einige Experten halten allerdings auch einen Anstieg über die Drei-Millionen-Schwelle für möglich, betonten sie in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Dezember will die Bundesagentur am kommenden Dienstag (4. Januar) in Nürnberg bekanntgeben. Dann will sie auch eine Bilanz des Arbeitsmarkt-Jahres 2010 ziehen.

Der harte Winter mit Frost und wochenlangem Schnee hat nach Ansicht der Fachleute im Dezember deutliche Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen. Vor allem im Garten- und Landschaftsbau, in der Landwirtschaft, aber auch auf vielen Baustellen habe in diesem Winter die Arbeit ungewöhnlich früh eingestellt werden müssen. Sofern Beschäftigte kein Saisonkurzarbeitergeld bezögen, werde ihnen oft den Winter über gekündigt. Das schlage sich dann entsprechend in der Arbeitslosenstatistik nieder, erläuterten die Fachleute.

Dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht noch stärker ausgefallen sei, verdanke der Arbeitsmarkt der robusten Konjunktur. “Derzeit gibt es am deutschen Konjunkturhimmel nur ganz wenige Wolken“, beschreibt Glen Marci von der DZ-Bank die aktuelle Lage. Das sieht auch Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank so: “Die konjunkturelle Grunddynamik ist weiterhin hoch“. Dazu hat nach Einschätzung von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider das “sehr kräftige vierte Quartal“ beigetragen.

Entsprechend optimistisch blicken die Arbeitsmarktexperten in das kommende Jahr. “2011 wird es mit dem Arbeitsmarkt weiter aufwärts gehen, wenn auch die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen“, prognostiziert etwa Schneider. Im Jahresdurchschnitt rechnet er mit etwas weniger als drei Millionen Arbeitslosen. Das größte Risiko für den Arbeitsmarkt stellt seiner Ansicht nach die Schuldenkrise in der EU dar.

DZ-Bank-Volkswirt Marci glaubt dennoch an ein solides Wirtschaftswachstum. Wenn auch noch der private Konsum zum Wachstum beitrage, werde der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr zusätzlich profitieren. “Da kann man noch Potenzial sehen“, stellte er fest. Und auch der für 2011 zunächst skeptische Commerzbank-Volkswirt Tuchtfeld gibt sich inzwischen optimistisch: Statt mit einer konjunkturellen Abflachung rechnet er nun in der ersten Jahreshälfte 2011 mit einem “starken Rückenwind für den Arbeitsmarkt“.

dpa

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