Anzeichen für Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich

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Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg  sieht Hoffnungsschimmer für Ende der Wirtschaftskrise.

Berlin - Die Anzeichen für ein Ende der Rezession verdichten sich: Der Auftragseingang in der Industrie legte im Juni mit 4,5 Prozent so stark zu wie zuletzt vor fast zwei Jahren.

Zu bedenken ist dabei, dass die Aufträge immer noch gut 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sprach dennoch von einem breiter werdenden Hoffnungsschimmer. Die positive Entwicklung geht auf die stark zunehmende Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland zurück: Die Zahl der Auslandsbestellungen nahm um 8,3 Prozent zu.

Die Inlandsnachfrage erhöhte sich dagegen nur leicht um 0,2 Prozent. Gefragt waren vor allem Investitionsgüter etwa aus dem Maschinenbau und Vorleistungsgüter beispielsweise aus der chemischen Industrie. Das Plus in diesen Bereichen betrug 5,0 und 4,6 Prozent. Bei den Konsumgütern gab es dagegen ein leichtes Minus von 0,5 Prozent.

Stimmungsaufhellung bei Unternehmen

Die Auftragseingänge stiegen bereits den vierten Monat in Folge. Für Mai war ein Plus von 4,4 Prozent verzeichnet worden. Experten hatten das als ersten belastbaren Indikator für eine Normalisierung der Konjunktur gewertet. Bei den verschiedenen monatlichen Befragungen deutscher Unternehmen - wie etwa dem ifo-Geschäftsklimaindex - hatte sich schon zuvor eine Stimmungsaufhellung abgezeichnet.

Die Wirtschaftskrise in 17 Bildern

Die Wirtschaftskrise in Bildern

Wirtschaftsminister Guttenberg sagte, der tiefe Einbruch im letzten Winterhalbjahr lasse sich nicht schnell und vollständig ausgleichen. Er bleibe eine Hypothek vor allem für den Arbeitsmarkt. Auch sei die Gefahr eines erneuten Rückschlags durch den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und privater Nachfrage noch nicht gebannt. “Insgesamt gibt es noch keinen Anlass zur Entwarnung, wohl aber Grund zur Zuversicht, dass wir die Krise mit unternehmerischer Initiative, internationaler Zusammenarbeit und staatlicher Unterstützung gemeinsam meistern werden“, erklärte der CSU-Politiker.

Experten der Commerzbank erklärten, die Auftragslage spreche für ein starkes drittes Quartal. “Nach dem Abklingen des Unsicherheitsschocks dürfte die deutsche Wirtschaft überdurchschnittlich von der zurückschnappenden Nachfrage profitieren und im zweiten Halbjahr 2009 kräftig wachsen. Mittelfristig dürfte das Wachstum aber nur moderat ausfallen“, teilte Commerzbank Corporates & Markets mit.

Unterhaltungselektronik trotzt der Krise

Positive Zahlen in der Krise meldeten auch die Produzenten von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten. Von Januar bis Mai stieg der Umsatz mit klassischen Unterhaltungselektronik-Produkten um 3,3 Prozent (rund 100 Millionen Euro). Bei Haushaltsgroßgeräten betrug das Plus 8,6 Prozent, wie der Vizepräsident des Verbandes ZVEI, Hans-Joachim Kamp, in Berlin auf der IFA-Auftaktpressekonferenz sagte. Für beide Bereiche prognostizierte er für das Gesamtjahr 2009 Wachstum.

Er führte die positiven Ergebnisse auf attraktive und innovative Produkte zurück. Darüber hinaus sei die Kauflust der Deutschen trotz Krise ungebremst. Die jährlichen Ausgaben für Technik pro Haushalt seien kontinuierlich gestiegen von 1.024 Euro im Jahr 2006 auf 1.064 Euro im Jahr 2008.

AP

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