Die Kunden wird das freuen

Mit diesem Trick will Amazon das Rücksende-Problem lösen

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Der Online-Handel boomt, muss aber mit vielen Rücksendungen kämpfen. Amazon hat sich nun etwas einfallen lassen.

Online-Shopping wird immer beliebter, aber Rücksendungen werden zunehmend zum Problem. Amazon hat sich nun einen Trick überlegt, von dem auch Kunden in Deutschland profitieren könnten.

Seattle – Online-Shopping wird immer beliebter. So gut wie alles kann man sich mittlerweile übers Internet bestellen und bequem nach Hause liefern lassen. Vor allem Mode kaufen immer mehr Verbraucher per Mausklick. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) ergibt sich mehr als ein Viertel aller Online-Umsätze aus dem Kauf von Kleidung, Schuhen oder Accessoires, wie die Welt berichtet.

Amazon bietet „Prime Wardrobe“ an

Wenn es nach dem Online-Riesen Amazon geht, könnte dieser Anteil in Zukunft noch höher sein. In den USA probiert das Unternehmen momentan nämlich ein neues Verkaufsmodell namens „Prime Wardrobe“ aus. Die Idee ist simpel: Drei bis 15 Teile können sich Kunden bestellen. Anprobiert und entschieden wird dann ganz entspannt zu Hause. Die Sachen, die gefallen, werden anschließend bezahlt, den Rest kann man ohne Probleme zurücksenden.

Für Verbraucher klingt das System optimal. Aber was ist mit den hohen Rücksendekosten, die für den Händler entstehen? In Deutschland liegt die Retour-Quote laut Welt bei 55 Prozent. Für die Unternehmen sei klar, dass sie die Option der Rücksendung garantieren müssen, damit Kunden bei ihnen bestellen. Intern werde verstärkt daran gearbeitet, die Kosten dafür so gering wie möglich zu halten. 

Amazon hat sich nun einen Trick ausgedacht, um sich künftig mit weniger Retouren herumschlagen zu müssen: Der Online-Riese hat ein Rabattsystem eingeführt, das Kunden belohnt, die weniger – oder am besten nichts – zurückschicken. Es funktioniert folgendermaßen: Wer mindestens drei seiner bestellten Teile kauft, bekommt zehn Prozent Preisabschlag. Wer fünf oder mehr Artikel behält, erhält den doppelten Rabatt. 

In Deutschland gelten strengere Regeln

Was Amazon ebenfalls zugute kommt: Das „Prime Wardrobe“-Angebot ist, wie viele andere Leistungen, nur für Prime-Kunden verfügbar, von denen der Online-Riese in doppelter Hinsicht profitiert: Einerseits zahlen diese Nutzer für das Angebot jährlich 99 US-Dollar und decken somit einen Teil der Sonderleistungen. Andererseits könne laut Welt auch die Kalkulierbarkeit der Umsätze ein Vorteil für das amerikanische Unternehmen sein, weil sich Prime-Kunden meist auf die Produktvorschläge von Amazon verlassen und selten nach günstigeren Alternativen suchen.

Ob Amazon sein Modeangebot auch hierzulande anbieten wird, ist bislang noch nicht klar. In Deutschland sind die Verbraucherschutzgesetze ohnehin strenger als in den USA, das heißt die Kunden haben hier sowieso umfangreichere Rechte. In der EU gilt zum Beispiel ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ab dem Erhalt der Ware. In diesem Zeitraum kann das Päckchen mit einer Widerrufserklärung zurückgeschickt werden, wobei jedoch Retourkosten anfallen können.

Nicht nur in der Modebranche mischt Amazon jetzt mit. Das amerikanische Unternehmen bahnte sich bereits seinen Weg in die TV-Welt und will sich nach und nach auch als Alternative zu den herkömmlichen Supermärkten etablieren. 

mhö

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