Bericht wirft Fragen auf

Enttäuschend: Das passiert mit den Kleidern, die Sie bei H&M spenden wollen

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H&M.

An den Kassen in H&M-Filialen stehen häufig Altkleider-Kisten. So sollen Kleidungsstücke wiederverwertet, anstatt weggeschmissen werden. Die folgende Geschichte lässt daran aber zweifeln.

Zum Wohle der Umwelt stellt H&M neben seinen Kassen Kisten auf. Sie sollen seit 2013 Kunden animieren alte Kleidung hineinzuschmeißen. H&M wirbt damit, der alten Kleidung ein neues Leben zu schenken.

Die Huffington Post hat dazu nun recherchiert. Was dabei herauskam, dürfte viele Spender enttäuschen.

Laut dem Medium landet die in Deutschland gesammelte Kleidung in Wolfen in Sachsen-Anhalt beim Unternehmen „I:collect“. Dort werden die Textilien nach etwa 350 verschiedenen Kriterien sortiert. Ein Teil werde recycelt und zu neuer Kleidung verarbeitet, ein weiterer Teil als Second-Hand-Ware auf der ganzen Welt verkauft, heißt es im Bericht. Aber: „Ein anderer Teil wird zu Putzlappen oder ähnlichen Produkten verarbeitet. Der letzte Teil schließlich, der übrig bleibt, wird verbrannt“, berichtet die Huffington Post weiter. Allerdings liege dieser Anteil laut H&M bei nur einem Prozent.

Wie viel tatsächlich recycelt wird, ist unklar

Wie viel tatsächlich recycelt wird, dazu äußert sich H&M gegenüber Huffington Post vage: “Die jeweiligen Verwendungszwecke sind stets von den aktuell abgegebenen Textilien abhängig, und sind daher temporär unterschiedlich.”

Anders eine Mode-Expertin: “Ich schätze, dass unter fünf Prozent der Kleidung, die abgegeben wird, tatsächlich recycelt werden kann”, sagte Madeleine Alizadeh dem Portal. Die 28-Jährige betreibt eine nachhaltige Mode-Linie, hat einen Podcast und ist unter dem Pseudonym “dariadaria” bekannt.

Unsere Onlineredaktion bat H&M um eine Einschätzung der Zahl, erhielt jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Antwort.

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Fünf Prozent? Das klingt nach sehr wenig, hat aber einen Grund. Viele Klamotten enthalten Mischfasern. Der Ressourcenaufwand diese voneinander zu trennen, ist nach wie vor riesig.

Fazit des Berichts: H&M und andere nutzen moralisches Scheingeschäft aus

Das zweite Problem ist laut Huffington Post die Industrie selbst. „Unternehmen wie Zara, Primark oder eben H&M bringen immer billigere Ware auf den Markt, wechseln im Wochen-Rhythmus ihre Kollektionen und treiben die Verbraucher so an, immer mehr zu kaufen. Jährlich landen tausende Tonnen Klamotten im Müll“, heißt es in dem Artikel.

Expertin Alizadeh stimmt dem zu: “Günstige Kleidung, die sich an Modetrends orientiert, wird sich niemals mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz vereinbaren lassen.“ Sie hält von Klamotten-Spenden ohnehin wenig: „Jeder Mensch auf der Welt hat Kleidung, wir brauchen keine neue”, sagt sie und ergänzt: „Viele denken, dann können sie guten Gewissens neue kaufen.”

Der Bericht kommt zu dem Fazit, dass H&M und andere dieses moralische Scheingeschäft ausnutzen. Denn für einen Sack alte Kleidung, bekommt man von den Modeketten manchmal tatsächlich “Belohnungs”-Gutscheine – um sich neue zu kaufen.

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mke

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