Im Visier des Justizministeriums

Allianz droht in den USA ein Kostengrab - Versicherungskonzern könnte Milliarden verlieren

Das US-Justizministerium ermittelt gegen den Versicherungskonzern Allianz SE
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Das US-Justizministerium ermittelt gegen den Versicherungskonzern Allianz SE.

Die Allianz ist in das Visier des US-Justizministeriums geraten. Wegen Pensionsfonds wird der Konzern auf mehrere Milliarden Dollar verklagt. Der Aktienkurs fällt prompt.

München/Washington - Die Allianz SE ist in unruhiges finanzielles Fahrwasser geraten. Durch Belastungen aus dem US-Vermögensverwaltungsgeschäft drohen dem Versicherungskonzern aus München hohe Einbußen. Der Grund: Amerikanische Pensionsfonds fordern mehrere Milliarden US-Dollar Entschädigung.

Nach Klagen und einer Untersuchung der Wertpapieraufsichtsbehörde SEC hat offenbar auch das US-Justizministerium eine Untersuchung in Zusammenhang mit den Structured Alpha Fonds eingeleitet. Wie das Unternehmen erklärte, wolle die Allianz lückenlos mit den zuständigen US-Behörden kooperieren und habe eine eigene Überprüfung der - auch aus Sicht der Anleger - unerfreulichen Angelegenheit eingeleitet.

Allianz: US-Behörde ermittelt - Merkliche Einbußen wegen Hedgefonds drohen

Die interne Aufarbeitung scheint beim DAX-Konzern* Allianz bereits vorangetrieben: Eine Bewertung des Vorstandes habe laut Deutscher Presse-Agentur ergeben, dass ein relevantes Risiko bestehe, dass die mit den Structured Alpha Fonds verbundenen Angelegenheiten erhebliche Auswirkungen auf künftige Finanzergebnisse der Allianz-Gruppe haben.

Eine konkrete Analyse stehe noch nicht zur Verfügung: Es sei weder möglich, den Ausgang der Untersuchungen der SEC und des DoJ sowie der anhängigen Gerichtsverfahren vorherzusagen, noch den entsprechenden Zeitpunkt dafür einzuschätzen. Wie sich der Vorfall in den USA auf die Bilanz des 1890 gegründeten Versicherungskonzerns auswirkt, ist ebenfalls noch unklar. Strafzahlungen könnten demnach die Folge sein, eine Rückstellung habe die Allianz-Versicherung derzeit noch nicht gebildet.

Allianz-Versicherung: Probleme mit US-Hedgefonds lassen Aktie fallen

Worum geht es bei dem Verfahren? Die Tochter Allianz Global Investors (AGI) hatte unter dem Namen „Structured Alpha Fonds“ Hedgefonds aufgelegt. Im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Krise legten die Papiere eine Talfahrt mit massiven Verlusten hin, wie das Handelsblatt schildert. Zwei der Hedgefonds seien sogar liquidiert worden. Daraufhin hatten mehrere große US-Investoren die Allianz verklagt, die Schadensersatzforderungen würden sich mittlerweile auf rund sechs Milliarden Dollar belaufen.

Klar, dass sich die Meldung von Sonntagabend prompt auf die Allianz-Aktie auswirkt: Lagen die Wertpapiere der Allianz am Freitag noch bei einem Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem Jahresbeginn, steht beim Aktienkurs nun ein Minus von rund vier Prozent zu Buche. Mit dem Rutsch am Montag notieren die Anteilsscheine nunmehr auf dem Niveau von Anfang Februar 2020.

Vor wenigen Monaten hatte Konzernchef Oliver Bäte vor einer gefährlichen Spekulationsblase an den Börsen gewarnt. (PF/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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