GB-Strategie

Aldi und Lidl: Dieser Supermarkt ist ihr Mega-Konkurrent

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Aldi ist in Großbritannien sehr erfolgreich geworden.

Aldi und Lidl werden in Großbritannien immer beliebter. Auf der Insel ist die Supermarkt-Kette Tesco ihr Mega-Konkurrent.

London - In England ist Aldi zusammen mit Discounter Lidl gerade auf dem Vormarsch und könnte zu einer echten Gefahr für die Geschäfte der britischen Supermarktketten werden.

Aldi und Lidl UK haben ein einfaches Erfolgsrezept

Die erste Lidl-Filiale in Großbritannien eröffnete nach Angaben des Discounters 1973. 15 Jahre später folgte die erste Aldi-Filiale. Seitdem haben es die zwei Unternehmen geschafft, sich bei den Briten sehr beliebt zu machen. Ihr Erfolgsrezept ist ganz einfach: sie sorgen dafür, dass sie nicht als deutsches Unternehmen wahrgenommen werden. 

In ihren Geschäften findet man vor allem britische Produkte: Hähnchen aus britischer Aufzucht, Sardinen aus Cornwall, Kleidungsstücke für die Schuluniform - das sind nur einige Beispiele. Und diese werden nicht nur von den Kunden geschätzt: Die Verbraucherorganisation „Which?“ und die Zeitschrift „Good Housekeeping“ haben die Produkte von Aldi und Lidl sogar ausgezeichnet. Dazu sponserte Aldi UK 2017 die britische Olympia-Mannschaft, was sich als eine sehr erfolgreiche strategische Maßnahme erwies.

Gefahr für Tesco

Mittlerweile sind Aldi und Lidl in Großbritannien so beliebt, dass die größte britische Supermarktkette Tesco Maßnahmen ergreifen muss, um diesen Erfolg zu stoppen. Zwar besitzt Tesco immer noch den größten Marktanteil (fast 28%- Lidl und Aldi jeweils 7,3% und 5,3%, wie das Marktforschungsunternehmen Kantar Woldpanel berichtete), doch der Abstand schmilzt. Paul Martin, Retail-Experte von der deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in London, sagte dem Handelsblatt: „Viele der etablierten Supermärkte haben lange die Gefahr unterschätzt, die von den deutschen Discountern für sie ausgeht“.

Tesco-Chef Dave Lewis (“Drastic Dave“) konnte in den vergangenen Jahren den Umsatz der größten britischen Supermarktkette um 28% (1,9 Milliarden Euro) steigern. Einem Bericht der Sunday Times zufolge, soll er eine eigene Discounterkette mit günstigen Produkten planen, um den Vormarsch von Aldi und Lidl zu stoppen. Das Unternehmen wollte die Gerüchte allerdings nicht bestätigen. 

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein ähnlicher Versuch in Großbritannien gewagt wird. 1982 hatte der damalige Tesco-Chef Ian MacLaurin eine eigene Discounterkette ins Leben gerufen, musste sie aber nur vier Jahre später weiterverkaufen. 

Briten geben mehr Geld für Lebensmitteleinkauf aus

Trotzdem laufen die Geschäfte bei den britischen Supermärkten gut. Und das nicht nur bei Tesco, sondern auch bei den anderen drei großen Ketten Sainsbury, Asda und Morrison´s. Kantar Worldpanel zufolge, zahlen die Briten für ihren Lebensmitteleinkauf 3,2% mehr als vor einem Jahr.

Auch Aldi und Lidl wollen von diesen Zahlen profitieren. Aldi UK will zum Beispiel bis 2022 mehr als 1000 neue Geschäfte eröffnen. Lidl plant schon in diesem Jahr 50 neue Filialen auf der britischen Insel.

Allerdings musste Aldi in den letzten Wochen mit einigen Debakeln hier zu Lande kämpfen (Aldi wollte „transparent“ für Kunden sein - und erntete Hackfleisch-Shitstorm). Dazu kam auch der Druck von anderen Supermarktkonzernen wie Rewe (Mit diesem teuren Produkt will Rewe Aldi & Co. abhängen). 

Lesen Sie auch: Aldi verkündet große Änderung für Bayern - und alle lachen darüber.

fm

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