Aktien - die Favoriten für 2011

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Steigt die Aktien-Kurve auch 2011 wieder nach oben?

Berlin - Ungeachtet von Euro-Krise und ausufernden Staatsschulden blicken deutsche Anleger positiv in die Zukunft. Welche Anlagen stehen hoch im Kurs und was halten Analysten davon?

Die Stimmung deutscher Anleger hat sich im

vierten Quartal 2010 weiter verbessert. So gehen 56 Prozent der von der Fondsgesellschaft Union Investment befragten Anleger davon aus, dass die Aktienkurse in den nächsten sechs Monaten weiter steigen. Im Vorquartal waren es noch 48 Prozent. Im Gegenzug sank der Anteil derer, die mit sinkenden Kursen rechnen um zwei Prozentpunkte auf zwölf Prozent. Zudem rechnen 54 Prozent der Anleger mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. „Eine derart zuversichtliche Stimmung herrschte zuletzt im zweiten Quartal 2007“, berich tet Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Da viele Anleger zudem von steigenden Preisen ausgehen, lohne der Blick auf Aktien. „Die Konjunkturerholung und steigende Unternehmensgewinne sind eine Grundlage für weitere Kurszuwächse bei Aktien. Anleger sollten ihre Überzeugungen umsetzen und von den derzeit günstigen Aktienbewertungen profitieren“, rät Gay. Analysten favorisieren deutsche Aktien Deutsche Aktien gehören für viele Anlageprofis zu den Anlagefavoriten im kommenden Jahr. „7.500 Punkte beim Dax sind auf Jahressicht realistisch“, prognostiziert zum Beispiel Ulrich Stephan, globaler Anlagestratege bei der Deutschen Bank. Stefan Keitel von der Schweizer Großbank Credit Suisse kann sich sogar vorstellen, dass der deutsche Leitindex „Richtung 8.000 Punkte läuft“. Karl Huber, Fondsmanager bei Pioneer Investments, erwartet 2011 „ein Dax-Plus von 15 Prozent“. Den Grund für so viel Optimismus sehen die Fachleute in der gut laufenden Konjunktur und der hohen Binnennachfrage.

Nicht nur auch die Schwergewichte achten

Die Unternehmensgewinne steigen und der deutsche Aufschwung werde nicht mehr nur vom Export getrieben, sondern zunehmend auch vom privaten Konsum. Sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Einkommen würden den privaten Konsum weiter forcieren. Für den Immobilienbereich werde sich nach Ansicht von Fondsmanager Huber die stark steigende Nachfrage nach Substanzwerten positiv auswirken. Allerdings sollten Anleger nicht nur auf die Schwergewichte aus dem Dax schielen, sondern auch auf Small und Mid Caps. „Auch wenn dieses Segment schon stark zugelegt hat, sehe ich bei den kleineren und mittleren Unternehmen für 2011 im Vergleich zum Dax noch mehr Luft nach oben“, analysiert Huber. Jörg Uhlendorf, Kapitalmarktexperte bei der Commerzbank, nennt einen weiteren Grund für steigende Notierungen deutscher Aktien: „Die niedrigen Renditen an den Rentenmärkten und geringe Sparzinsen machen Aktien zu einer attraktiven Anlage-Alternative.“ Besonders dividendenstarke Werte seien empfehlenswert, denn hier könnten Anleger neben Kursgewinnen von hohen Ausschüttungen profitieren. Uhlendorf geht davon aus, dass „professionelle Anleger in den kommenden Monaten verstärkt Gelder in Aktien umschichten werden“ – dies verleihe den Aktienmärkten zusätzlich Impulse. Neben Aktien dürften vor allem – wegen anhaltender Inflationsgefahren – Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle, weiter gefragt sein.

Schwellenländer gehören in gut diversifizierte Depots

Eric Le Coz, Chefstratege der französschen Investmentgesellschaft Carmignac Gestion, ist skeptisch in Bezug auf europäische Aktien – Ausnahme: Deutschland - und favorisiert stattdessen Schwellenländer. Nach Ansicht des Anlageexperten habe Europa die Eurokrise noch nicht bewältigt und nehme inzwischen „beim Wettbewerb um die am wenigsten attraktive Währung eine Spitzenposition ein“. Das Wachstum in der Eurozone werde auch 2011 verhalten ausfallen. Die Konjunkturlokomotive Deutschland übe auf seine Nachbarn weiterhin deflationären Druck aus und sorge so für hohe Volatilität. „In diesem Umfeld bleibe ich vorsichtig gegenüber europäischen Aktien und bevorzuge Unternehmen, die von höherem Wachstum in ihrer Region profitieren, etwa die USA, vor allem aber die Schwellenländer“, so Le Coz. Die Wachstumschancen der Emerging Markets seien nach wie vor hervorragend. So werde die brasilianische Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter stark wachsen, während die Inflation von der Zentralbank im Zaum gehalten wird. China habe jüngst bewiesen, dass es in der Lage ist, makroökonomische Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die ein stabiles Wachstum stützen und fördern. Das Engagement von Carmignac Gestion in Schwellenländern bleibe daher hoch. Einen positiven Ausblick für Schwellenländer-Aktien wagt auch die Investmentgesellschaft Fidelity. Fondsmanagerin Amid Lodha ist für 2011 „vorsichtig optimistisch gestimmt, weil Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiv bewertet sind“. Sehr positive Wachstumsaussichten und bessere Finanzdaten verheißen vor allem für Asien einen guten Ausblick. Fondskollege Trevor Greetham von Fidelity pflichtet bei: „Die rege Binnennachfrage und niedrige Wechselkurse sorgen in den aufstrebenden Volkswirtschaften weiter für Wachstum.“ Für die entwickelten Industrieländern sind die Fondsmanager zwar weniger optimistisch, sehen aber dennoch Chancen: „Zwar trüben verlangsamtes Wirtschaftswachstum, Sparmaßnahmen und die hohe Staatsverschuldung die Aussichten, trotzdem bieten sich interessante Investmentgelegenheiten“, findet Loha. So fänden sich in den Industrieländern immer noch zahlreiche Unternehme n, die sehr attraktiv bewertet sind. „Dazu zählen vor allem Unternehmen, die große Teile ihres Geschäfts mit den Schwellenländern machen und zugleich Marktführer in ihren Bereichen sind.

 Risiken streuen

Da Aktien und Aktienfonds sehr schwankungsanfällig sind, ist es wichtig bei der Auswahl der Wertpapiere flexibel zu bleiben. Prognosen - auch wenn sie noch so optimistisch sind – sind wichtig, eine clevere Anlagestrategie können sie aber nicht ersetzen. Die ING-Diba empfiehlt ihren Kunden „trotz guter Aussichten nicht alles auf die Aktienkarte zu setzen“. Anleger sollten nicht ihr ganzes Geld in schwankungsintensive Wertpapiere investieren. „Eine gute Risikostreuung gehört zu jeder ausgewogenen Anlagestrategie“ sagt Thomas Bieler, Sprecher der Frankfurter Direktbank. Wer sein Geld auf verschiedene Anlageformen verteilt, senkt das Risiko erheblich. Neben Aktien und Aktienfonds runden Rentenpapiere, Rohstoffe, Immobilien, Sparguthaben und wertgesicherte Geldanlagen einen gut strukturierten Vermögensmix ab.

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