Insolvenz

Entscheidung zu Air Berlin erwartet - Flugstreichungen

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Eine Maschine der Lufthansa neben einer Maschine von Air Berlin. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Für die insolvente Air Berlin dürften an diesem Donnerstag die Würfel fallen. Zuvor wurde Neues zur Zahl der betroffenen Kunden bekannt.

Berlin (dpa) - Für den Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin wird am Donnerstag eine Entscheidung erwartet. Als mögliche Käufer von Unternehmensteilen gelten die Lufthansa und Easyjet.

Mit beiden Interessenten hat Air Berlin bislang exklusiv verhandelt - das könnte sich aber vereinbarungsgemäß ab dem 12. Oktober ändern, sollte dann doch noch keine Einigung erzielt worden sein. Mehr als 200.000 Air-Berlin-Kunden sind von gestrichenen Flügen des Unternehmens betroffen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Wegen der Stornierung aller Air-Berlin-Kurzstreckenflüge in Europa ab dem 28. Oktober verfallen die Tickets von rund 100.000 Kunden, sagte ein Konzernsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Rheinische Post" (Mittwoch) darüber berichtet. Seit Ende September ist bekannt, dass außerdem mehr als 100.000 Langstrecken-Tickets für nach dem 15. Oktober geplante Flüge ungültig geworden sind.

Für etwa 90.000 der 100.000 Kurzstreckenflüge werde es praktisch keine Erstattung geben, weil sie schon vor dem 15. August gebucht worden seien, hieß es bei Air Berlin. An diesem Tag hatte die Gesellschaft Insolvenz angemeldet. Ihre Ansprüche müssen Kunden nun beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Preise der anderen 10.000 Kurzstrecken-Tickets, gekauft nach dem 15. August, würden erstattet.

Vor dem Ende der Verhandlungsfrist nahm die Gewerkschaft Verdi die beiden möglichen Käufer Lufthansa und Easyjet in die Pflicht. Die Air-Berlin-Beschäftigten werden von ihnen nach Unternehmensangaben nicht direkt übernommen. Die Erwerber dürften sich nicht vor ihrer sozialen Verantwortung drücken, forderte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Während sich Käufer an Maschinen sowie Start- und Landrechten bereicherten, müssten sich die Mitarbeiter auf ihre eigenen Stellen neu bewerben oder würden arbeitslos.

"Die Unternehmen kaufen lukrative Anteile zum Schnäppchenpreis und kümmern sich nicht um die Menschen", kritisierte Behle. Die Bieter müssten Übernahmeregelungen schaffen. Sobald die Entscheidung über den Verkauf gefallen ist, will Verdi Tarifverhandlungen mit den Käufern beginnen.

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