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ADAC-Affäre: Ein Fall für den Staatsanwalt?

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Wie schwer ist der Schaden für den ADAC nach der Manipulations-Affäre?

München- In der Manipulationsaffäre beim ADAC prüft die Münchner Staatsanwaltschaft einem Zeitungsbericht zufolge die Aufnahme von Ermittlungen.

Es könnten Vorermittlungen oder Ermittlungen aufgenommen werden, hieß es in der Dienstagsausgabe der "Bild"-Zeitung. Darin lehnt ADAC-Präsident Peter Meyer zudem einen Rücktritt in Folge des Skandals ab. Wenn der Wind von vorn komme, "muss man das auch mal aushalten können", sagte er.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I sagte der Zeitung, mögliche Tatbestände seien Bestechung oder Vorteilsnahme. Betrug scheide aus. Der inzwischen zurückgetretene ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte zugegeben, bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen die Teilnehmerzahlen deutlich nach oben geschönt zu haben. Dies soll nach Angaben von ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair über mehrere Jahre geschehen sein.

Präsident Meyer sagte der "Bild"-Zeitung, er sei in dem Fall "der Garant für die Aufklärung in der Sache". Er warnte zudem vor einem "Generalverdacht" gegen den ADAC. Das sei all jenen gegenüber unfair, die "jeden Tag mit größtem Engagement" arbeiteten. Nach den Manipulationsvorwürfen waren auch Zweifel in anderen Bereichen des Clubs laut geworden. Der Leiter der Abteilung Test und Technik sagte dazu der "Westfalenpost" vom Dienstag, alle ADAC-Tests seien "sachlich nachvollziehbar, fundiert und überprüfbar". Kein Test sei manipuliert worden.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer forderte in der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag eine Neuausrichtung des ADAC. Der Autoclub müsse "vom Kopf auf die Füße gestellt werden". Das heutige System neige dazu, dass Manipulationen passierten. Dudenhöffer schlug vor, den ADAC in zwei Gesellschaften aufzuspalten - in die Pannenhilfe und das Wirtschaftsunternehmen.

Zuletzt hatte der VW-Golf die Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen beim "Gelben Engel" gewonnen. Ein Sprecher des Volkswagen-Konzerns sagte der "Bild"-Zeitung vor dem Hintergrund des Skandals, VW wolle "nicht mit dem Gelben Engel für den VW-Golf werben". Zugleich forderte er von dem Club eine "lückenlose Aufklärung" der Vorgänge.

AFP

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