Ackermann warnt vor überzogener Bankenregulierung

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Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank.

Frankfurt/Istanbul - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat erneut vor einseitigen Eingriffen in das Finanzsystem gewarnt. Reformen sollten international abgestimmt und koordiniert werden.

Das forderte Ackermann am Samstag auf dem Jahrestreffen des internationalen Bankenverbands IIF (Institute of International Finance) in Istanbul.

Einige während der Finanzkrise vorgenommene Bemühungen zur Stabilisierung einzelner Institute hätten zu einer Fragmentierung des weltweiten Finanzsystems geführt. Solche einseitigen Eingriffe müssten in Zukunft vermieden werden. Stattdessen müssten weltweit gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen und die Branche als Ganzes unterstützt werden.

Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ sowie der “Financial Times“ hatte der IIF-Vorsitzende zuvor vor einer überzogenen Regulierung der Banken gewarnt. “Wir müssen die anstehenden Reformmaßnahmen so optimieren, dass wir ein stabileres System bekommen, aber zugleich zu hohe volkswirtschaftliche Kosten für die Gesellschaft vermeiden“, sagte Ackermann dem “Spiegel“. So wirke eine stärkere nationale Fragmentierung der Banken als “Wohlstandsbremse“.

Der IIF erwartet für 2010 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent nach 2,5 Prozent in diesem Jahr. In Istanbul räumte Ackermann ein, dass höhere Eigenkapitalanforderungen für Banken notwendig seien. Er warnte jedoch vor voreiligen Entscheidungen und zu einfachen Regeln. Regulatorische Eingriffe dürften auch nicht dazu führen, dass Banken ihre Rolle für die Wirtschaft nicht mehr ausüben könnten. Das würde die wirtschaftliche Erholung und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen unterminieren.

Der Bank-Chef sprach sich im “Spiegel“ außerdem dafür aus, dass die Institute künftig einen Teil der von ihnen verbrieften Kredite in der eigenen Bilanz halten müssen: “Wenn wir selbst von dem kosten müssen, was wir kochen, kann das der Qualität nur bekömmlich sein.“ Richtig sei auch, vermehrt Derivate über börsenähnliche Gebilde zu handeln, um die gegenseitige Abhängigkeit von Banken untereinander zu reduzieren. Die G20 hatten sich auf dem Gipfel in Pittsburgh darauf verständigt, die Kapitalausstattung der Banken zu erhöhen.

Außerdem wollen die 20 stärksten Wirtschaftsnationen strengere Regeln für Boni bei Bankmanagern einführen. Der internationale Bankenverband habe sich schon früher gegen mehrjährige Bonusgarantien ausgesprochen, sagte Ackermann dazu. Außerdem müsse die Bezahlung von tatsächlich realisierten Gewinnen abhängig gemacht werden. Auch bei den Bonusregeln müsse aber dafür gesorgt werden, dass weltweit gleiche Bedingungen geschaffen werden.

dpa

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