Jetzt wohl auch der Astra betroffen

Medien: Opel schlittert immer tiefer in Abgasskandal hinein

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In freiem Fall: Der Opel-Konzern

München - Nach dem Zafira ist wohl auch der Astra betroffen. Offenbar verfügt dieser Opel über eine manipulierte Motorensoftware. Der Diesel-Manipulationsskandal zieht immer weitere Kreise. 

Am Donnerstag noch der Familienwagen Zafira 1.6, am Freitag ist es schon das Massenmodell Astra - und morgen? Nach VW und Mitsubishi schlittert dem Anschein nach nun der Opel-Konzern ungebremst in den Abgasskandal. Laut gemeinsamen Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" und des SPIEGEL, zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verfügt der beliebte Astra über eine Motorensoftware, die in vielen Fahrsituationen die Abgasreinigung abschaltet.

Ein Computerspezialist hatte den Programmiercode der Motorsteuerung analysiert, der vom Opel-Mutterkonzern General Motors entwickelt wurde. Sein Ergebnis: die Software ist so programmiert, dass der Wagen seine Abgase erst ab einer Außentemperatur von 17 Grad zu reinigen beginnt. Auch eine Abschaltautomatik bei schnellen Beschleunigungen findet sich nach Informationen des Rechercheteams im Code der Software wieder, die dann für eine anhaltende Verschlechterung der Motoremissionen sorgen.

Greenpeace fordert Dobrindt-Rücktritt

Ein Berater der DUH kam zu dem Ergebnis, dass die Werte des Opel Astra in der Spitze mehr als das Achtfache des Grenzwerts erreichen. Er sagt: "Die Indizien sind so erdrückend, dass dem Verkehrsministerium nichts anderes übrig bleiben dürfte, als für diesen Typ einen Rückruf anzuordnen." Dabei hängt vom Verkauf des Astras für den Opel-Konzerneiniges ab: der Konzern wollte endlich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte den Rücktritt von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). "Wenn Dobrindts jüngster Untersuchungsbericht sogar massive Schummeleien bei Opel übersieht, dann ist seine gesamte Aufklärungsarbeit der vergangenen sieben Monate wertlos. Dobrindt muss jetzt Platz machen für einen Verkehrsminister, der diesen Skandal tatsächlich aufklärt", verlangte Greenpeace-Sprecher Tobias Riedl.

Opel dementiert die Vorwürfe:  „Unsere Software war nie darauf ausgelegt, zu täuschen oder zu betrügen. Aufgrund unserer eigenen sowie unabhängiger Messungen - und den bisherigen Erfahrungen mit den von der DUH veröffentlichten Experimenten - glauben wir nicht, dass diese neuerlichen Ergebnisse objektiv und wissenschaftlich fundiert sind“, kritisiert der Hersteller. 

mke/dpa

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