Werder kommt Schritt für Schritt voran – aber Schaaf und Fritz fordern mehr Souveränität

Zwischen Zufriedenheit und Selbstkritik

Thomas Schaaf will in der Bundesliga nicht die Pappnase aufhaben. ·

Donaueschingen · Clemens Fritz war vor allem eines: müde. Das Wochenende „steckt noch im Körper“, meinte der Kapitän. Nach dem gewonnenen Cup-Finale am Sonntagabend gegen Dortmund war Werder direkt von Hamburg nach Stuttgart geflogen.

Das Team war erst gegen ein Uhr nachts im Trainingslager in Donaueschingen angekommen – und gestern Vormittag standen die Profis schon wieder auf dem Platz.

Doch die Strapazen haben keineswegs Einfluss auf die Stimmung – die ist nach wie vor bestens. Weil Werder mal wieder einen Titel (wenn auch einen unbedeutenden) geholt hat, weil die Vorbereitung bislang ziemlich reibungslos verläuft, und weil Werder bei der Integration der neuen Spieler und beim Einstudieren des neuen Systems Schritt für Schritt vorankommt.

„Wenn wir diesen Weg weitergehen, bin ich optimistisch. Ich freue mich, dass es über weite Strecken schon gut klappt“, sagt Fritz. Das gilt vor allem für das schnelle Spiel, das in der Vorsaison fast gar nicht zu sehen war und jetzt immer öfter aufblitzt. „Hohes Tempo, wenig Kontakte – daran haben wir zuletzt intensiv gearbeitet“, betont der 31-Jährige. Sehr gut eingebracht haben sich dabei die Neuen. Spieler wie Eljero Elia, Theodor Gebre Selassie und neuerdings auch Kevin De Bruyne „bringen Tempo rein, das verändert einiges“, weiß Sportchef Klaus Allofs.

Training in Donaueschingen

Werder Bremen trainiert in Donaueschingen

Zufrieden mit den Fortschritten ist auch der Trainer. „Die Mannschaft arbeitet unheimlich gut mit, es waren gute Spielzüge dabei“, sagt Thomas Schaaf mit Blick auf den Turniersieg in Hamburg. Aber der 51-Jährige fordert weiter volle Konzentration. „Was bringt es, wenn man perfekt durch die Vorbereitung kommt und dann am ersten Bundesliga-Spieltag einen auf die Nase kriegt? Dann hat man die Pappnase auf“, meint Schaaf: „Wir müssen das Ganze auf sichere Beine stellen.“

Werder brauche mehr Konstanz, dürfe nicht so anfällig sein wie nach dem 2:0 gegen Dortmund, als es binnen weniger Minuten drei Gegentreffer hagelte. „Da war zu sehen, dass nicht alles super ist. Wir haben einfache Fehler gemacht und die Tore hergeschenkt. Da müssen wir aufmerksamer sein“, fordert Fritz.

In Donaueschingen wird deshalb weiter gefeilt, aber auch geschuftet. Allofs: „Ob Taktik oder Kondition, wir arbeiten an allem. Das ist hier kein lockeres Ausklingen der Vorbereitung.“ · mr

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