Nur eine Kunstpause für den Aufschwung?

Zwischen Frust und Fortschritt

Im Gespräch über Leipzig und das, was als nächstes auf Werder Bremen wartet: Chefcoach Alexander Nouri (li.) und Sportchef Frank Baumann.
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Im Gespräch über Leipzig und das, was als nächstes auf Werder Bremen wartet: Chefcoach Alexander Nouri (l.) und Sportchef Frank Baumann.

Leipzig/Bremen - Von Carsten Sander. Trotz der Niederlage gegen RB Leipzig wähnt sich Werder Bremen auf dem richtigen Weg. Das birgt auch Gefahren.

Lange standen Frank Baumann und Alexander Nouri am Montag auf dem Trainingsplatz zusammen. Mal sprach der eine, mal der andere. Es war kein Streitgespräch, so viel ließ sich aus der Distanz erkennen. Aber dennoch intensiv. Worum es ging, verriet Baumann hinterher natürlich nicht. „Um dies und das“, sagte er – sicher aber auch um die jüngste 1:3-Niederlage bei RB Leipzig und über die Erkenntnisse, die der Sportchef und sein Cheftrainer daraus gewonnen haben. Ob sie auch über die Gefahr geredet haben, in der sich Werder Bremen trotz des Aufwärtstrends der vergangenen Wochen befindet?

Die Bedrohung springt einen schon beim Blick auf die Tabelle an. Werder ist auf Platz 15 abgesackt, die Abstiegsplätze, die der Club dank des Zwischenspurts mit sieben Punkten in drei Partien gerade erst verlassen hat, sind wieder ganz nahe. Und das passt irgendwie gar nicht zu der Aura des Aufbruchs, die den SV Werder seit Nouris Amtsübernahme umgibt. Einerseits wird vom Fortschritt geredet, andererseit bleibt das Tabellenende in Sichtweite. „Wir laufen“, so beschrieb es Aufsichtsratschef Marco Bode schon vor der Partie in Leipzig in der „Bild am Sonntag“, „noch dem schlechten Ligastart hinterher.“

Daran hat sich durch die Niederlage logischerweise nichts geändert. Werder befindet sich aber in einer Phase, in der viel Gutes denkbar ist. Doch die Entwicklung der Mannschaft ist noch lange nicht soweit fortgeschritten, als dass alle schlechten Gedanken beiseite geschoben werden können. Das Spiel in Leipzig war dafür ein Paradebeispiel. Werder hatte einerseits gut verteidigt, andererseits bei den Gegentoren eins und zwei aber auch leichte Fehler gemacht. Fehler, wie man sie aus der Vergangenheit kennt. „Wir lernen aus einem solchen Spiel. Wir wissen, dass es nicht gut ist, zwei Gegentore zu kassieren, wenn man selbst so defensiv steht und der Schwerpunkt auf der Abwehrarbeit liegt“, monierte Frank Baumann am Montag nach dem Freiluftgespräch mit Alexander Nouri.

Die Spieler glauben, dass alles gut wird

Der Trainer hatte seinem Team eine in der Gesamtheit „gute Organisation und gute Disziplin“ attestiert, was durchaus schon als Fortschritt gewertet werden darf. Ein undurchdringliches Dickicht ist aber trotz Sechserkette nicht entstanden. Darüber kann man sich nun ärgern – oder aber man freut sich über die guten Erkenntnisse des Spiels. Während Nouri („Es fühlt sich an, als ob mehr drin gewesen wäre für uns“) und Baumann („Die Leistung macht Mut“) sich noch zaghaft Richtung positives Fazit bewegten, stürmte ein anderer seinem Fußballer-Naturell entsprechend forsch voran.

Serge Gnabry, in Leipzig der Schütze des einzigen Bremer Treffers, wertet die Pleite nur als Kunstpause für den Aufschwung und sprach am Montag von einem „großen Schritt“, den das Team in Leipzig gemacht habe. Und von einer „souveränen Vorstellung“ sprach er auch. Dass das zu viel des Guten war, ist unzweifelhaft. Aber Gnabrys Haltung spiegelt in etwa die Stimmung im Team wider. Die Spieler glauben an sich und daran, dass alles gut wird. Seit Nouri das Team führt, „hat es noch keinen Gegner gegeben, der uns hergespielt hat. Wir sind schwerer zu brechen als in den ersten Spielen“, meinte Gnabry. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, bekräftigte auch Zlatko Junuzovic und formulierte damit einen Satz, der nach einer Niederlage einigermaßen paradox klingt.

Dass sich die Profis Mut machen, ist verständlich. Berechtigt auch, die guten Ansätze sind schließlich keine Einbildung, sonder tatsächlich vorhanden. Aber um nochmal die Gefahr ins Spiel zu bringen: Auch unter den Nouri-Vorgängern Viktor Skripnik und Robin Dutt hat es Phasen des Aufschwungs gegeben, die aber nie nachhaltig waren. Vielleicht, weil sich alle auf dem ausgeruht hatten, was irgendwann möglich erschien, statt es tatsächlich zu realisieren? Aktuell muss Werder schnell den nächsten Zwischenspurt ansetzen und in den Partien gegen Leipzigs Mitaufsteiger SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr, Weserstadion), bei Schalke 04 und daheim gegen Eintracht Frankfurt fleißig punkten. Sonst löst sich anfänglicher Fortschritt in Frust und Verunsicherung auf – so wie früher.

Werder-Training am Montag

GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Nach der jüngsten Pleite in Leipzig stand für die Werder-Profis am Montagnachmittag schon wieder eine Trainingseinheit auf dem Programm. © nordphoto
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