Als Punktelieferant in den „Pott“? / Allofs: „Das sind Momente, in denen andere über sich hinaus wachsen müssen“

Aus Zwergen sollen Riesen werden

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Unbekümmert und locker soll Niclas Füllkrug heute in die Partie gehen. Ob ihm das vor 80 000 Zuschauern gelingt?

Bremen - Es war ein Rumpfteam ohne Top-Stars, das gestern zur Fahrt nach Dortmund den Mannschaftsbus bestieg. Kein Pizarro, kein Wiese, kein Marin, kein Arnautovic, Naldo und Hunt sowieso nicht. Aber immerhin brachte Thomas Schaaf noch einen 18 Spieler starken Kader zusammen.

Und der wurde – selbst wenn sich entsprechende Schwarzseherei kaum vermeiden lässt – nicht als Punktelieferant auf die Reise ins Ruhrgebiet geschickt. Geschäftsführer Klaus Allofs: „Wir haben zwar nicht die besten Aussichten, aber das sind jetzt die Momente, in denen andere über sich hinaus wachsen müssen.“

Und die anderen versprechen einen „großen Fight“, so Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic: „Den wird es auf jeden Fall geben. Wir haben definitiv keine Angst vor Dortmund und werden die Punkte nicht einfach so dalassen.“

Schön gesagt. Doch ein genauerer Blick auf die voraussichtliche Bremer Startelf verrät, dass Werder mit geballter Unerfahrenheit beim souveränen Spitzenreiter Borussia Dortmund antritt. So haben Kapitän Clemens Fritz und Markus Rosenberg zusammen mehr als dreimal so viele Bundesliga-Partien auf dem Buckel (319) wie der neunköpfige Rest der Startelf (100). Noch krasser die Unterschiede bei den Toren. Die gesamte Mannschaft kommt mit 52 Bundesliga-Treffern nicht mal auf ein Drittel der 158 von Claudio Pizarro erzielten Tore.

Und dennoch soll ausgerechnet beim seit 19 Partien ungeschlagenen BVB die Überraschung gelingen? In Dortmund, vor 80 000 Zuschauern, sollen – um bei Allofs’ Forderung zu bleiben – aus Zwergen Riesen werden? „Klar“, sagt Rosenberg, „wir haben die Qualität, jede Mannschaft in der Bundesliga zu schlagen.“ Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass er seine Einschätzung vor den Verletzungen von Tim Wiese und Philipp Bargfrede abgegeben hatte.

Die personelle Lage hat sich danach dramatisch zugespitzt – nur für einen bleibt definitiv alles beim Alten: Niclas Füllkrug. Den beim Abschlusstraining gewonnenen Eindrücken folgend, hat sich Trainer Thomas Schaaf für ihn als Pizarro-Vertreter und gegen eine Systemänderung (die nach Bargfredes Aus personell auch kaum noch umsetzbar ist) entschieden. Füllkrug, 19 Jahre alt, steht also vor der größten Herausforderung seiner noch jungen Karriere. Die Kollegen geben alles, um ihm Mut zuzusprechen. „Er hat ja nichts zu verlieren“, sagt Junuzovic. Und Verteidiger Sebastian Prödl rät: „Er sollte es mit Unbekümmertheit und Lockerheit angehen.“ Alle anderen auch. csa

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