Zweite Pleite in Folge, aber Dutt sieht weder einen Knacks noch ein Problem

Bremer Kontraste

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Eljero Elia (li./gegen Ritchie De Lat) stach aus einer mittelmäßigen Bremer Mannschaft positiv heraus.

Bremen/Leicester - Der Security-Beauftragte im King-Power-Stadium vor dem Kabinengang kratzte verlegen an seiner Glatze. Spürbar, dass er etwas los werden wollte. Dann traute er sich, fragte: „Did you guys win against Chelsea last week?“ Habt ihr Jungs vergangene Woche tatsächlich gegen Chelsea gewonnen? Ja, die selben Jungs, die den FC Chelsea bezwungen hatten, verloren gegen dessen neuen Liga-Konkurrenten Leicester City mit 0:1 (0:1). Ein Kontrastprogramm binnen einer Woche, die bei Werder Bremen wie keine zuvor den Begriff „englisch“ verdient hatte.

Erst das allseits bewunderte 3:0 gegen den großen FC Chelsea, dann das etwas ernüchternde 0:1 beim verhältnismäßig kleinen Leicester City FC – und zwischendrin das 0:2 im Geisterspiel gegen Hannover 96. Am Ende einer Vorbereitung, die Werder in Zwischenbilanzen viel Applaus eingebracht hatte, zeigt die Formkurve wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel der Saison nach unten. Doch verrückt machen lässt sich deshalb niemand. „Alles Schall und Rauch“ sei das, was vor dem Saisonstart passiert, meint Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin – Hauptsache, es klappt, wenn es ernst wird.

Am Sonntag ist es so weit. Erste Runde im DFB-Pokal, Werder tritt in Ulm gegen den Regionalligisten FV Illertissen an. „Dann müssen wir fit sein und llertissen weghauen“, meinte Eichin. Am Samstag in Leicester gab es in dieser Hinsicht Defizite. „Nicht so frisch, nicht so spritzig“ sei sein Team gewesen, erklärte Chef-

coach Robin Dutt, der das kleine Tief zwar nicht eingeplant hatte, aber klaglos akzeptiert. Die Trainingseinheiten der Tage zuvor, die Anreise erst kurz vor dem Spiel – „eswäre ja komisch, wenn wir immer alles so wegstecken würden“, sagte er: „Da muss auch mal ein Spiel dabei sein, in dem der Gegner frischer ist.“ Leicester sei quasi das Werder aus dem Spiel gegen Chelsea gewesen – und Werder diesmal Chelsea.

Der Security-Beauftragte staunte über den Wandel. Werder nicht. Schon gar nicht wollten sich die Bremer Zweifel an einer guten Vorbereitung einreden lassen. Nein, die Pleiten werden der Mannschaft „keinen Knacks“ geben, behauptete Robin Dutt. Und ja, „wir sind gut gerüstet“, so der 49-Jährige. „Alles okay“, sagte auch Thomas Eichin. Die zwei Niederlagen nach zuvor sieben Siegen und zwei Unentschieden „jucken uns überhaupt nicht“, verkündete zudem Innenverteidiger Assani Lukimya, in Leicester neben Eljero Elia bester Bremer. Das Ergebnis der Vorbereitung aus „Lukis“ Sicht: „Wir haben uns auf jeden Fall verbessert, haben ein, vielleicht sogar zwei Schritte nach vorne gemacht.“ Vorbei die Zeit der großen Frust-Erlebnisse gegen kleine Gegner. „Das ist jetzt meine dritte Vorbereitung bei Werder. Und ich weiß noch genau, wie wir gegen Drittligisten gespielt haben und überhaupt keine Chance hatten“, meinte der Deutsch-Kongolese. Wiederholungsgefahr? Nahe null, so Lukimya: „Wir treten selbstbewusst auf, weil wir eingeübte Abläufe und eine Strategie haben. Darauf können wir vertrauen – auch wenn es mal nicht so gut läuft.“

Wie in Mittelengland. Werder lag nach einem Kopfballtreffer von Wes Morgan früh zurück (7.), fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel. „Nicht toll“ sei das gewesen“, meinte Eichin. Aber dann passierte, worauf Lukimya abzielte. Leistungssteigerung in Halbzeit zwei – allerdings ohne Ertrag.

csa

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