Frings und Pizarro erklären den Unterschied zwischen Werder-Coach Schaaf und Schalke-Trainer Magath

„Zwei verschiedene Philosophien“

Werder-Bremen - Von Björn KnipsBREMEN · Unterschiedlicher können Lebenswege nicht sein: Auf der einen Seite der treue Thomas, auf der anderen der flexible Felix. Thomas Schaaf steht für Werder Bremen, Felix Magath für regelmäßige Clubwechsel – und beide für Erfolg. Am Samstag kommt’s zum Trainer-Gipfel auf Schalke: Magath empfängt Schaaf. Für den einen geht’s um die Meisterschaft, für den anderen um die Champions League. Da spielt die Taktik eine große Rolle. „Sie sind überragende Trainer“, sagt Torsten Frings. Der Werder-Kapitän hat unter beiden gespielt und festgestellt: „Sie haben zwei verschiedene Philosophien und gehen ganz unterschiedlich mit ihren Mannschaften um.“

Claudio Pizarro sieht’s genauso. „Sie haben ganz verschiedene Methoden“, sagt der Werder-Profi, der in München unter Magath zweimal das Double (2005 und 2006) holte: „Magath trainiert in der Vorbereitung härter. Bei ihm ist jeder Spieler immer zu 100 Prozent fit.

n„Nicht auf einer

nWellenlänge“

Aber wer mit dieser harten Linie nicht klarkommt, der hat ein Problem.“ Er selbst habe sich mit Magath gut verstanden, behauptet der 31-Jährige: „Weil ich wie er Erfolg haben wollte.“

Frings‘ Verhältnis zu Magath darf dagegen als gestört bezeichnet werden. „Wir waren und wir sind nicht auf einer Wellenlänge“, gesteht der 33-Jährige. Gleich zweimal hat ihm Magath schwer zugesetzt – erst Ende der 90er Jahre bei Werder, dann 2004/05 beim FC Bayern München. Frings durfte erst gar nicht, dann nicht auf der Position (zentral vor der Abwehr) spielen, wo er gerne wollte. Bei Werder erledigte sich das Problem, weil Magath 1999 im Abstiegskampf nach einem Zerwürfnis mit der Mannschaft die Segel strich und Schaaf das Team übernahm. In München zog Frings die Konsequenzen und verließ die Bayern trotz des Double-Gewinns. „Ich habe nie das hundertprozentige Vertrauen des Trainers gespürt“, klagte Frings damals und ging zu dem Trainer (Schaaf), „dem ich alles zu verdanken habe und der hinter mir steht“.

Von Revanchegelüsten will Frings aber nichts hören: „Das ist doch alles Jahre her – und wir haben schon zehnmal gegeneinander gespielt.“ Er fahre also nicht nach Gelsenkirchen, um Magath zu schaden, sondern um mit Werder erfolgreich zu sein. „Das wird schwierig genug“, weiß Frings und lobt sogar den einst so ungeliebten Coach: „Es ist kein Zufall, dass Schalke oben steht. Magath hat ihnen den Erfolg gebracht.“ Der Werder-Profi weiß auch, wie sein Ex-Trainer das gemacht hat: „Für ihn steht Erfolg über allem. Er legt viel Wert auf Kraft und Disziplin.“ Schaaf sei anders. „Er will Fußball spielen lassen, ihm sind Kombinationen sehr wichtig“, erklärt Frings, der auch im menschlichen Bereich große Unterschiede entdeckt hat: „Magath gibt sich gegenüber der Mannschaft sehr distanziert, man kommt kaum an ihn heran. Thomas ist dagegen Tag und Nacht für einen da, hat immer ein offenes Ohr.“ Eine Einschätzung die allerdings auch mit Frings‘ besonderem Verhältnis zu Schaaf zu tun haben wird. Während er Magath „natürlich siezt“, hängt die Anrede bei Schaaf „von der Tagesform ab“. So wie wahrscheinlich auch der Ausgang des Spiels am Samstag, bei dem mindestens ein Erfolgscoach ein wenig vom Erfolgsweg abkommen wird.

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