Rosenberg und Almeida sind unzufrieden / Wer bestreitet am Samstag sein letztes Werder-Heimspiel?

Zwei Stürmer denken an Abschied

Keine Lust mehr auf die Werder-Bank: Markus Rosenberg (links) und Hugo Almeida wollen wieder mehr spielen und liebäugeln deshalb mit einem Wechsel.

Von Björn Knips · Markus Rosenberg stutzt erst ein wenig, überlegt kurz – und gibt dann zu: „Natürlich kann das am Samstag mein letztes Heimspiel im Weserstadion sein.“ Der Schwede denkt an Abschied – genauso wie Hugo Almeida und auch einige andere Profis in Diensten des SV Werder Bremen.

Offiziell wird am Samstag beim Liga-Finale gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr) kein Spieler verabschiedet, trotzdem dürfte der eine oder andere in der kommenden Spielzeit nicht mehr da sein.

„Im Torwartbereich werden wir ganz sicher nichts machen. Aber für den Rest ist alles möglich. Natürlich gibt es Wünsche, die Mannschaft zu verändern“, erklärt Klaus Allofs. Namen will der Sportchef nicht nennen. Das ist nicht gut fürs (Transfer-)Geschäft.

Doch es ist kein Geheimnis, dass Markus Rosenberg als heißer (Verkaufs-)kandidat gilt. Bereits im Winter stand ein Transfer zur Debatte, doch der Angreifer (Vertrag bis 2011) lehnte ab. „Ich hatte hier zweieinhalb super Jahre und wollte nicht nach einem halben schlechten Jahr aufgeben“, erinnert sich der 27-Jährige und fügt mit einem Seufzer an: „Aus dem halben schlechten Jahr ist leider ein ganzes geworden. Ist doch klar, dass ich unzufrieden bin und über meine Zukunft nachdenke.“ Doch das sei momentan noch zweitrangig. „Jetzt kommt erst das HSV-Spiel, dann das DFB-Pokalfinale – und danach habe ich noch genügend Zeit, mit Klaus Allofs und Thomas Schaaf zu sprechen“, sagt Rosenberg.

Teamkollege Hugo Almeida ist ebenfalls unzufrieden und stellt seine Zukunft bei Werder in Frage. Der Portugiese kommt zwar regelmäßig zum Einsatz, aber fast immer nur als „Joker“. „Das ist keine gute Situation für mich“, schimpft der 25-Jährige. Als WM-Teilnehmer wünscht er sich beim Bundesligisten einen anderen Status und hat keine Erklärung dafür, warum Schaaf nur selten von Beginn an auf ihn setzt: „Ich arbeite im Training wirklich hart und bringe auch meine Leistung.“ Bei den Werder-Anhängern steht Almeida jedenfalls hoch im Kurs, ist absoluter Fan-Liebling und auch deshalb „absolut glücklich in Bremen“. Aber eine Garantie für seinen Verbleib ist das nicht. Auf die Frage nach einem Abschied im Sommer antwortet Almeida nur: „Ich habe noch einen Vertrag bis 2011 und möchte im Moment nicht über meine Zukunft sprechen.“

Auch Peter Niemeyer besitzt bei Werder noch einen Kontrakt bis 2011. Doch sein Verbleib ist ungewiss. „Es klingt schon irgendwie komisch, aber das könnte am Samstag wirklich mein letztes Heimspiel in Bremen sein“, sagt der Mittelfeldspieler, betont aber: „Es ist wirklich noch keine Entscheidung gefallen. Ich bin erst einmal froh, wieder gesund zu sein.“ Nach überstandener Sprunggelenksverletzung hofft der 26-Jährige, gegen den HSV in den Kader zurückzukehren. Mit Comebacks kennt er sich schließlich aus, Niemeyer musste in Bremen schon die eine oder andere Pause verkraften. Im Winter hatte deshalb ein Neustart bei einem anderen Club im Raum gestanden, doch Werder ließ Niemeyer nicht gehen. „Und der Club hatte Recht, ich war bei Werder plötzlich mittendrin“, erinnert sich Niemeyer an seine vier Bundesliga-Spiele in Folge in der Startelf (drei Siege, ein Unentschieden). Es folgte die Verletzung, und erneut verpasste Niemeyer den endgültigen Durchbruch bei Werder. Deshalb bleibt er ein Wackelkandidat.

Allerdings steht Niemeyer weitaus sicherer als zum Beispiel Aymen Abdennour. Die Leihgabe aus Tunesien ist erst aus der Startelf, dann aus dem Kader gekippt. Die Option auf eine Verpflichtung des Linksverteidigers ließ Werder bereits verstreichen – und es wäre eine große Überraschung, wenn die Bremer doch noch zuschlagen würden.

Auch für Said Husejinovic dürfte die Partie am Samstag gegen HSV die letzte im Weserstadion sein – und das wieder einmal auf der Tribüne. Der Mittelfeldspieler hat in dieser Saison gerade einmal 30 Minuten mitwirken dürfen.

Und was wird aus Daniel Jensen? Der Däne kommt – gebeutelt von Verletzungen – kaum noch über die Rolle des Einwechselspielers hinaus. Doch der 30-Jährige will nicht weg und stellt klar: „Ich habe einen Vertrag bis 2011, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Bliebe noch der Blick auf einige Leistungsträger – allen voran Mesut Özil. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass der Nationalspieler am Samstag seine Abschiedsvorstellung im Weserstadion gibt. Aber so lange sein Vertrag (bis 2011) nicht verlängert wird, droht nun einmal der vorzeitige Transfer, damit Werder noch eine Ablösesumme kassiert. Und da wäre ja auch noch Per Mertesacker, der zuletzt ein klares Ja zur Zukunft bei Werder vermied. Vielleicht verrät der 25-Jährige mit einer besonders emotionalen Reaktion nach dem Schlusspfiff, wo seine Reise hingehen wird . . .

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