Rotsünder hat eine schlaflose Nacht

Zwei Spiele Sperre für Boenisch

Nach seinem Platzverweis verfolgte Sebastian Boenisch vom Spielertunnel aus den Rest der Partie. ·

Bremen - Das Lächeln wirkte etwas gequält, und die Augenringe waren auch nicht zu übersehen: Sebastian Boenisch hatte auch am Tag danach noch schwer mit seiner ersten Roten Karte in der Bundesliga zu kämpfen.

„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und immer wieder über diese Szene nachgedacht“, berichtete der Werder-Profi gestern Mittag auf dem Weg von der Kabine zu seinem Auto. Die Schuldfrage für seinen frühen Platzverweis nach einer vermeintlichen Notbremse gegen Gladbachs Patrick Herrmann hatte er nicht beantworten können. Weder sich selbst noch dem Unparteiischen Marco Fritz wollte er einen Vorwurf machen.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 2:2

„Ich denke, ich muss da schon hingehen, sonst kommt er zum Abschluss und macht vielleicht das Tor“, meinte der 25-Jährige: „Es gab da schon irgendwie einen Kontakt. Er macht das ja auch klug, kreuzt meinen Laufweg. Ich weiß nicht, ob es ein Foul war. Umgehauen habe ich ihn jedenfalls nicht.“ Aber aus Sicht von Schiri Fritz eine klare Torchance verhindert, deshalb gab‘s Rot. Allerdings war auch noch Francois Affolter in unmittelbarer Nähe, hätte möglicherweise noch eingreifen können. Deshalb wurde anschließend heiß diskutiert – mit dem inoffiziellen Ergebnis: Keine Fehlentscheidung, aber eine umstrittene Rote Karte, Gelb hätte vielleicht auch gereicht.

Für Boenisch ein schwacher Trost. Ausgerechnet bei seinem Startelf-Comeback nach über 19 Monaten Pause wegen eines Knorpelschadens im Knie war schon nach 27 Minuten Schluss. Und nun zog ihn das DFB-Sportgericht auch noch für zwei Spiele aus dem Verkehr. „Wir haben das Urteil akzeptiert. Eine Verringerung des Strafmaßes auf ein Spiel gibt es bei einer Notbremse nur, wenn im Anschluss an das Foul ein Tor erzielt wird“, erklärte Werder-Boss Klaus Allofs.

Für Boenisch ist das ganz bitter. Zum einen benötigt der Außenverteidiger dringend Spielpraxis, um in Polens Nationalmannschaft tatsächlich eine tragende Rolle bei der EM einzunehmen. Zum anderen geht es um seine Zukunft bei Werder. Der Vertrag läuft im Sommer aus. „Es gab noch keine Gespräche“, verriet Boenisch: „Wenn man mit mir verlängern möchte, dann können wir gerne sprechen. Ob wir eine Lösung finden, werden wir sehen.“ Wirklich optimistisch klingt das nicht. · kni

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