Frühstückstour nach Leeste

Auf zwei Rädern zum Wir-Gefühl

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Ausschwärmen zum Aufrappeln: Nach der Kapitulation gegen Schalke starteten die Werder-Profis mit einer Radtour inklusive eines Team-Frühstücks in Leeste in die Trainingswoche. 

Bremen - Das Team sah ein bisschen aus wie ein Bienenschwarm auf Rädern. Dunkle Trainingshosen, gelbe Jacken, dunkle Sonnenbrillen – und rauf auf den Sattel. So startete Werder Bremen gestern in die Trainingswoche.

Doch es blieb nicht bei einer normalen Tour. Chefcoach Thomas Schaaf lotste die Spieler ins 17 Kilometer entfernte Leeste, wo im griechischen Spezialitäten-Restaurant Korinth gemeinsam gefrühstückt wurde. Die Idee dahinter? „Wir wollen als Mannschaft noch enger zusammenrücken“, sagte Schaaf.

Neudeutsch nennt sich das Teambuilding. Der Ausflug darf aber auch als Reaktion auf die 0:2-Pleite gegen Schalke 04, dem siebten sieglosen Spiel in Folge, gesehen werden. Und auf die Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist. Die Partie hatte deutlich gezeigt, dass der Abstiegskampf für die Mannschaft immer mehr zum Abstiegskrampf wird. Nach dem ersten Gegentor griff die Verunsicherung um sich, nach dem zweiten wurden die Fans Zeugen einer totalen Bremer Kapitulation. Der Gefahr, dass sich das Gefühl der Machtlosigkeit wie Rost in die Spieler frisst, dass Angst und Verzagtheit den Saisonendspurt bestimmen, muss und will Schaaf entgegenwirken. Mit Maßnahmen wie der gestern. „Wir haben uns ein bisschen bewegt und etwas fürs Gefühl getan. Den Gedanken, so etwas zu machen, gab es schon länger. Jetzt haben wir die Situation genutzt“, sagte er und erklärte: „Es geht darum, dass man auch nach dem verlorenen Spiel den Faden wieder aufnimmt und weiter gemeinsam und intensiv an den Zielen arbeitet.“

Und das Ziel lautet, endlich mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Zuletzt war das beim 4:1 in Stuttgart der Fall. Exakt zwei Monate ist das schon her. Dass diese Furcht verströmende Durststrecke am Samstag im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf endet, haben sich alle auf die Fahnen geschrieben. „Jeder muss sich bewusst sein, wie ernst die Lage ist. Aber es war auch gut, als Mannschaft mal in einem anderen Umfeld zusammen zu sein. Das macht den Kopf frei“, meinte Kapitän Clemens Fritz.

Wie wichtig Thomas Schaaf die Zusammenkunft bei Brötchen, Ei und Kaffee war, zeigt die Tatsache, dass er sogar alle Verletzten, das komplette Trainerteam und die Physiotherapeuten nach Leeste beordert hatte. Also wurden die aktuell nicht radfahrfähigen Sokratis, Ignjovski, Bargfrede und Co. in einen Bulli verladen und zum Frühstücksmeeting kutschiert. Selbst die langzeitverletzten Raphael Wolf (Kreuzbandriss) und Niclas Füllkrug (Knorpelschaden im Knie) waren dabei. Einzig Joseph Akpala, der seine Reha in Belgien absolviert, fehlte.

Schaaf sprach anschließend von einer „guten Stimmung“ und einer „lockeren Atmosphäre: Es war nicht so, dass wir ein Themenblatt herausgegeben haben. Es war einfach so, dass sich niemand alleine seine Gedanken machen soll, sondern in der Gemeinschaft.“

Radtour statt Training für die Werder-Profis

Etwas mehr als zwei Stunden war der Bremer Bienenschwarm insgesamt unterwegs. Und kehrte als verschworener Haufen zurück? Es muss so sein, sagte Assani Lukimya, der große Verlierer der Schalke-Partie: „Unser Zusammenhalt war auch in den vergangenen Spielen gut. Aber es geht immer noch mehr“, sagte er und formulierte einen Satz, der zum Leitfaden für die letzten sechs Saisonspiele taugt: „In unserer Situation muss der Teamgeist so groß sein wie noch nie. Es geht halt nur gemeinsam. Alleine schafft keiner von uns den Klassenerhalt.“ · csa

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