Positive Bilanz nach einem langen Tag

+
"Unser Versuch mit den Sichtschutzzäunen am Osterdeich hat sich bewährt", urteilte Polizeisprecher Dirk Siemering.

Bremen - Es hätte schlimmer kommen können: „Unser Sicherheitskonzept mit der strikten Trennung beider Lager und der hohen Zahl an Einsatzkräften scheint aufgegangen zu sein“, urteilte Hauptkommissar Dirk Siemering, Pressesprecher der Bremer Polizei. Bis gestern Abend hatte er lediglich Kenntnis von zwei schwereren Zwischenfällen. Drei Beamte und mindestens ein Hamburger Fan verletzten sich.

Vor dem Spiel hatte es am „Gleisdreieck Lübecker Straße“ gekracht. In Höhe des Werder-Kiosks am Steintor „haben angeblich 50 gewaltbereite HSV-Fans Bremer Hooligans provoziert“, berichtete Siemering. Flaschen und Steine flogen, „unsere Kollegen gingen aber schnell dazwischen.“ 40 HSV-Fans wanderten in Gewahrsam, wurden per Bus zum Bahnhof zurückgebracht und der Bundespolizei übergeben. Deren Beamte begleiteten sie per Bahn nach Hause. „Das Spiel hat keiner von ihnen gesehen“, schilderte Siemering. Das galt auch für die 80 Bremer, die bei dieser Auseinandersetzung mitmischten: Platzverweis, Feststellung der Personalien, ab nach Hause.

Tschüß Bremen, bis zum nächsten Mal

Nach dem Abpfiff verzögerte sich die Abfahrt der HSV-Shuttlebusse zum Bahnhof, weil ein paar unbelehrbare Bremer den HSV-Anhang provozierten: „Zweite Liga, Hamburg ist dabei“, war noch das Netteste. Anschließend kam es im Bereich des Osterdeichs und einigen Nebenstraßen zu Prügeleien von gewaltbereiten Bremer Hooligans und Bremer Ultras. Auch hier gab es Verletzte – mindestens drei auf Seiten der Beamten. Wie viele im Lager der Fans, konnte Siemering am Abend nicht sagen. Auch die Gesamtsumme der Strafanzeigen – Landfriedensbruch, Körperverletzung, Raub, Widerstand gegen Polizeibeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung – steht noch aus.

Holger Jureczko von der Bundespolizei verzeichnete sechs Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz: Das Zünden der Böller kostete jeweils 250 Euro. Ein Randalierer aus dem schwer beschädigten 12.24-Uhr-Zug wurde ermittelt. 

ck

Ladenbesitzer ganz gelassen

Ein bizarres Bild: Über ihnen trudelten scharenweise HSV-Fans mit einem Zug nach dem anderen ein, doch die Betreiber des Geschäfts „Trendy“ in der Bremer Bahnhofs-Passage hielten ihren Laden mit massenhaft Werder-Fanartikeln geöffnet. „Nein, Angst haben wir nicht“, meinte Abdullah Burhani, der gestern seiner Familie im Verkauf half: „Das Derby gibt es ja nicht zum ersten Mal. Die Polizei und die Leute von der DB Sicherheit schützen uns.“ Sein Kollege stimmte zu: „Damals, als die Jungs von Hansa Rostock noch kamen, war das schlimmer. Hamburger sind eigentlich nett.“

ck

Zugbegleiterin greift durch

Es gibt auch einsichtige Schmutzfinken – bestes Beispiel: die HSV-Fans im Zug, der um 11.24 Uhr aus Hamburg in Bremen eintraf. „Da muss eine resolute Zugbegleiterin an Bord gewesen sein“, grinste Holger Jureczko von der Bremer Bundespolizei. Die Metronom-Mitarbeiterin verteilte nämlich kurz vor dem Ziel Mülltüten an die Passagiere, bei denen es am unordentlichsten aussah. „Sie sagte, dass keiner aussteigt, bevor da nicht aufgeräumt ist“, berichtete Jureczko. Also begann das Großreinemachen.

ck

Nordderby: Die Fans pilgern zum Weserstadion

Werder siegt im Nordderby gegen den HSV

Mehr zum Thema:

Dschungelcamp 2017: Tag fünf im Busch in Bildern

Dschungelcamp 2017: Tag fünf im Busch in Bildern

DHB-Auswahl im Schongang ins WM-Achtelfinale

DHB-Auswahl im Schongang ins WM-Achtelfinale

Werder-Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Meistgelesene Artikel

Pizarros Rücken zwickt nicht mehr

Pizarros Rücken zwickt nicht mehr

Teuer war oft auch schwierig

Teuer war oft auch schwierig

Pizarro: Schon wieder der Rücken

Pizarro: Schon wieder der Rücken

Sane kurz vor der Rückkehr

Sane kurz vor der Rückkehr

Kommentare