Werder verliert beim Wintercup gegen Gladbach und Dortmund / Allofs: „Wir müssen zulegen“

Zwei deutliche Warnungen

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Tom Trybull (vorn) zeigte gegen Dortmund ein durchwachsenes Spiel. Hier ist er Jakub Blaszczykowski unterlegen.

Werder-Bremen - DÜSSELDORF · Zwei Spiele, zwei Niederlagen und eine bittere Erkenntnis: Werder Bremen im Jahr 2012 erinnert doch sehr stark an Werder Bremen 2011. Es fehlt die Konstanz im Spiel. „Wir machen einiges gut, aber nur über einen gewissen Zeitraum“, stellte Klaus Allofs nach dem letzten Platz beim Wintercup in Düsseldorf ernüchtert fest.

Die Niederlagen in den jeweils 45-minütigen Partien gegen Borussia Mönchengladbach (0:2) und Borussia Dortmund (0:1) seien zwar „keine Katastrophe, aber ein deutliches Zeichen, dass wir zulegen müssen – und zwar in vielen Bereichen“.

Werder ist also gewarnt, dass die punktemäßig ordentliche Hinrunde keineswegs als Ruhekissen taugt. Genauso wenig wie das Trainingslager mit dem bemerkenswerten 2:1-Sieg zum Abschluss gegen AZ Alkmaar. „Wir haben gehofft, dass wir die guten Taten aus Belek mit rübernehmen, aber das ist uns leider nicht gelungen“, seufzte Trainer Thomas Schaaf, der allerdings auf neun Spieler verzichten musste (siehe Text rechts). Da fehlte schon Qualität, und Allofs merkte mit Blick auf den Rückrunden-Auftakt am Samstag in Kaiserslautern zuversichtlich an: „Da wird eine andere Mannschaft auf dem Feld stehen.“ Das ist auch bitternötig, denn die Formationen gestern kamen über gute Ansätze nicht hinaus, wie ein genauer Blick auf die Partien verdeutlicht:

Halbfinale: Werder - Mönchengladbach 0:2: Bereits nach sieben Minuten hatte Igor de Camargo die erste Gladbacher Großchance. Da wurden Erinnerungen an das Bundesliga-Spiel wach, als die „Fohlen“ die Bremer zerlegten und zur Pause schon mit 3:0 führten. Werder wirkte diesmal konzentrierter, verpasste selbst nur knapp bei einem Kopfball von Sebastian Boenisch die Führung (10.). Danach plätscherte die Partie jedoch so dahin, weil beide Teams nicht so recht wollten und konnten.

Erst Schiedsrichter Sascha Stegemann weckte Spieler und Publikum auf, als er nach einem Freistoß von Juan Arango auf Strafstoß entschied (26.). Tom Trybull hatte in der Mauer die Fäuste hochgerissen, „zum Schutz meines Gesichts“, wie der 18-Jährige beteuerte: „Außerdem war das außerhalb des Strafraums.“ Stegemann hatte es anders gesehen, und Allofs meinte nur ganz trocken: „Da haben die Hände nichts zu suchen, da darf man ruhig mal k.o. gehen.“ Niklas Daems war es egal, der Kapitän der Borussia verwandelte sicher.

Auf Werders beste Hinrunden-Qualität – die Aufholjagd – warteten die 37 622 Zuschauer in der gut besuchten Esprit-Arena vergeblich. Der so gefürchtete Toptorschütze Claudio Pizarro war kaum zu sehen, die Partie auch deshalb früh entschieden. Hinten lief es auch nicht rund, so dass Thorben Marx noch auf 2:0 erhöhen durfte (42.).

Die Bilder zu den Spielen

Wintercup in Düsseldorf: Platz 4 für Werder

Spiel um Platz drei: Werder - Dortmund 0:1: Ein Blick auf die Aufstellungen genügte, um die Partie eigentlich schon abzuhaken: Sowohl Schaaf als auch BVB-Kollege Jürgen Klopp, dessen Team zuvor gegen Gastgeber Düsseldorf im Elfmeterschießen verloren hatte, schickten zur zweiten Halbzeit des Tages nur ihre Reservisten aufs Feld. Entsprechend war das Niveau unterm geschlossenen Dach – sehr, sehr (not-)dürftig. Erst nach 32 Minuten gab‘s einen Knalleffekt – allerdings der üblen Sorte. Aus dem BVB-Block war ein Böller aufs Spielfeld geflogen.

Für den einzigen sportlichen Höhepunkt sorgte kurz darauf Mohamed Zidan: Der Ex-Bremer schloss einen feinen Konter mit einem strammen Schuss zum 1:0 ab (36.). Werder-Keeper Sebastian Mielitz sah dabei genauso schlecht aus wie seine Abwehr, die Zidan übersehen hatte.

Aufholjagd? Auch diesmal Fehlanzeige. Dazu war Werder an diesem Nachmittag einfach nicht in der Lage. „Wir haben zwei schlechte Spiele abgeliefert“, sparte Markus Rosenberg nicht mit Selbstkritik. Auch der Stürmer fühlte sich durch die enttäuschenden Auftritte gewarnt: „Es muss besser werden. Zum Glück spielen wir am Dienstag noch in Rostock.“ Beim Drittligisten will Werder wieder in die Spur finden. · kni

Halbfinale Fortuna Düsseldorf - Bor. Dortmund 5:3 (1:1) n. E. - Tore: 0:1 (21.) Kagawa, 1:1 (22.) Weber. Elfmeterschießen: Götze und Hummels verschießen beim BVB. Werder Bremen - Bor. Mönchengladbach 0:2

Werder: Wiese - Boenisch, Prödl, Sokratis, Schmitz - Trybull, Ignjovski, Wesley, Ekici - Pizarro, Rosenberg - Gladbach: ter Stegen - Zimmermann, Stranzl, Brouwers, Daems - Marx , Neustädter - Ring (44. Rupp), Reus, Arango - de Camargo - Tore: 1:0 (26. Handelfmeter) Daems, 2:0 (42.) Marx.

Spiel um Platz drei Werder Bremen - Bor. Dortmund 0:1 -

Werder: Mielitz - Ignjovski, Prödl, Sokratis, Hartherz - Trybull, Kross, Trinks, Marin - Pizarro (10. Füllkrug) , Wagner - Dortmund: Focher - Piszcek, Owomoyela, Subotic, Löwe - Kehl, da Silva. Großkreutz, Zidan, Blaszcykowski - Barrios. Tore: 0:1 (36.) Zidan.

Finale Fortuna Düsseldorf - Bor. Mönchengladbach 1:0. Tor: 1:0 (26.) Furuholm. Zuschauer: 37 622.

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